Buchtipps:

Sacks, Oliver: Eine Anthropologin auf dem Mars. Sieben paradoxe Geschichten.
Noch mehr Fallgeschichten. Die Anthropologin ist eine autistische Forscherin, die einen "Drückapparat" erfunden hat...

Sacks, Oliver: Die Insel der Farbenblinden.
Eine Insel, auf der besonders viele Farbenblinde leben. Sacks untersucht, warum das so ist und entdeckt viele Eigenarten der Kultur...

Sacks, Oliver: Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte.
Noch mehr Fallbeispiele. Eins der besten Bücher von ihm, finde ich.

Sacks, Oliver: Stumme Stimmen. Reise in die Welt der Gehörlosen.
Vielleicht das zweitbeste Buch...?

Sacks, Oliver: Der Tag, an dem mein Bein fortging.
Oder das hier ist das beste Buch von ihm. Wieder Fallbeispiele.

Thompson, Richard F.: Das Gehirn. Von der Nervenzelle zur Verhaltenssteuerung.
In diesem Buch ist das gesamte Thema der Physiologie sehr detailliert, aber auch ganz leicht verständlich erklärt.

 

Mögliche Prüfungsfragen: Physiologische Psychologie

Woraus besteht das Nervensystem ?

Zentrales Nervensystem (Gehirn & Rückenmark)
Peripheres Nervensysten (afferente & efferente Nervenfasern)
Neuronen (Bauelemente des NS, Übermittlung von Information)

Wie ist einNeuron aufgebaut ?

Zellkern
Soma
Dendriten (als Vernetzung)
Axonhügel (Hier entsteht das Aktionspotential)
Axon
Präsynaptische Endigung (um das Axon Myelinscheiden und Ranviersche Schnürringe)

 

Wie erfolgt die Erregungsfortleitung an der Nervenzelle ?

Rezeptorpotential: entsteht, wenn Reize aufgenommen und die Membraneigenschaften weitergegeben werden.
Ruhepotential: Zellinnere ist gegenüber außen negativ geladen: -70mV
Innen befinden sich mehr positiv geladene Kaliumionen und negativ geladene Proteine, außen mehr positives Natrium und negatives Chlor. Diese Stoffe möchten sich gern innen und außen gleichmäßig verteilen, die Membran läßt in Ruhe aber nur K+ nach außen.
Die Kalium-Ionen bleiben aber drinnen wegen der negativ geladenen Proteine.
Natrium-Kalium-Pumpe: Konstanthaltung des Ruhepotentials. Wird das Schwellenpotential erreicht (-55mV), wird am Axonhügel ein Aktionspotential ausgelöst, Für 1ms kehrt sich das Membranpotential um (auf +50mV).
Spannungsgesteuerte Na-Kanäle öffnen sich, Na+ strömt ein, das Potential steigt auf +50mV. Nun wird Ka+ nicht mehr von Protein- im Zellinnern zurückgehalten, kann nach außen diffundieren. Hat das Aktionspotential nach 1ms das Maximum erreicht, setzt die Natrium-Kalium-Pumpe ein, um die Zelle für neue Erregung vorzubereiten. Ka+ strömt wieder in Zelle ein, Na+ hinaus.

Wie wird Information über die Reizstärke weitergegeben?

Aktionspotentiale laufen nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip als feste Größe ab.
Informationen über die Reizstärke werden über die Frequenz (Anzahl der Aktionspotential pro Zeiteinheit) übermittelt.

Was versteht man unter Refraktärzeit?

Absolute Refräktärzeit: Während der Wiederherstellung des Ruhepotentials nach einem Aktionspotential ist die Membran an dieser Stelle 1-2 ms nicht erregbar
Anschließend folgt die relative Refrektärzeit, während die Erregungsschwelle für ein Aktionspotential höher ist als normal.
Die maximale Aktionspotential-Frequenz eine Neurons betragt also 500-1000 pro Sekunde.Durch die Refraktärzeit wird verhindert, dass das Aktionspotential auch wieder zurückwandert.

Was bewirken Myelinscheiden?

Einige Axone sind von Myelinscheiden umgeben, die das Axon isolieren. Die Myelinscheiden sind in Abständen von 2 mm unterbrochen (Ranviersche Schnürringe).
Aktionspotentiale entstehen bei myelinisierten Axonen nur noch an den diesen Schnürringen (= saltatorische Erregungsleitung), während die Fortleitung dazwischen mit der erheblich größeren Geschwindigkeit des elektrischen Stroms erfolgt (über 100m/s).

Was passiert an den Synapsen?

Synapsen: Verbindungen zwischen Neuronen oder zwischen Neuron und Effektorgan

Durch das Aktionspotential wird ein Neurotransmitter in den synaptischen Spalt freigesetzt, der an der postsynaptischen Membran entsprechende Rezeptoren besetzt. Dadurch wird das Potential dieser Membran verändert (Exitatorische oder inhibitatorische Wirkung)

Was ist eine Hyperpolarisation?

Letzte Phase des Aktionspotentials (nach der Repolarisation).
Entsteht, wenn sich die Kalium-Kanäle nach der Repolarisation nicht schnell genug schließen und und zuviele Ka+ aus der Zelle herausströmt => das Neuron wird kurzzeitig hyperpolarisiert
Durch Erhöhung der Potentialdifferenz. Es handelt sich also um einen inhibitatorischen Effekt.

Was sind abgestufte Potentiale?

Synaptische Potentiale.

EPSP (exitatorisches postsynaptisches Potential): postsynaptische Depolarisationen
IPSP (inhibitorisches postsynaptisches Potential): postsynaptische Hyperpolarisationen

Ihre Amplituden sind proportional zur Stärke des auslösenden Signals. Sie sind abgestufte Antworten, während ein Aktionspotential eine Alles-oder-Nichts-Antwort ist. Nur die Summation aller erregenden und hemmenden postsynaptischen Potentiale führt zu einem Aktionspotential.

Unterscheide zwei Arten der Summation und erkläre diese.

Um den Schwellenbetrag am Axonhügel zu erreichen, werden mehrere abgestufte Potentiale aufsummiert. Zwei Arten der Summation:
Räumliche Summation: die gleichzeitige Depolarisation / Hyperpolarisation von mehreren Synapsen werden aufaddiert
Zeitliche Summation: schnell aufeinanderfolgende Depolarisationen/ Hyperpolarisationen werden aufaddiert.
(An einem Effektorgan ist eine Summation nicht nötig, weil hier bereits die Freisetzung eines einzigen Neurotransmitters einen Effekt auslösen kann.)

Welche Funktion hat das Rückenmark?

Teil des ZNS.

Einfache Umschaltungen (Verarbeitung afferenter (zum ZNS) in efferente Informationen zur Situationsanpassung), z.B. Reflexe.
Neben dieser Reflexfunktion hat das Rückenmark die Aufgabe, neuronale Aktivität zwischen Gehirn und den Körperregionen zu leiten.

Was ist der Patellarsehnenreflex?

Leichter Schlag auf Sehne unterhalb der Kniescheibe (Patellar)
Die plötzliche Dehnung der Sehne des Oberschenkelmuskels dehnt seine Muskelspindeln, die daraufhin eine Erregungssalve ins Rückenmark schicken. Dort trifft diese auf Motoneurone, die als Antwort darauf Erregung zurück in den Muskel senden, und dort eine Muskelkontraktion mit plötzlichem Ausschlagen des Beins bewirken.

Welche Funktion hat das verlängerte Rückenmark (medulla oblongata)?

  • Reflexartige Funktionen (z.B. Baroreflex)
  • Sitz des die Atmung kontrollierenden Zentrums
  • Hier überkreuzen sich auch die motorischen und sensorischen Fasern von der linken Körperhälfte in die RH und umgekehrt.

Welche Funktion hat das Kleinhirn?

Es macht nur 10% der Hirnmasse aus, enthält aber mehr als 50% der Neurone.
Erhält Infos...

  • ...aus dem motorischen Kortex
  • ... über motorische Signale aus dem Hirnstamm
  • ... von motorischen Aktivitäten über somatosensorische und vestibuläre Systeme
  • durch Vergleich korrigiert es ablaufende Bewegungen, die von der beabsichtigten Richtung abweichen
  • spielt wichtige Rolle bein Lernen motorischer Abläufe
  • präzise Bewegungskoordination
  • motorische Anpassung an wechselnde Bedingungen
  • Interagiert mit versch. Ebenen der sensumotorischen Hierarchie und koordiniert so die dort stattfindenden Aktivitäten
  • Koordiniert automatische Bewegungen
  • Bei Schädigung: Bewegungen können nicht präzise kontrolliert werden, Tremor, Gleichgewichtsstörungen, kein Lernen neuer Bewegungen

Welche Funktion hat der Thalamus?

Keine einheitliche Funktion.

U.a. letzte Umschaltstation der Afferenzen des Seh-, Hör- und somatosensorischen Systes vor dem Großhirn ("Tor zum Bewusstsein"; Wölk: "Vorzimmer des Großhirns")
Die verschiedenen Kerne sind spezifischen sensorischen Projektionsfeldern der Großhirnrinde zugeordnet. Sie spielen eine Rolle bei der Steuerung der Spontanaktivität des EEGs sowie ganz allgemein bei der Integration sensorischer, motorischer und auch autonomer Erregungen.

Welche Funktion hat der Hypothalamus?

Konstanthaltung und Anpassung des inneren Mileus (steuernd beteiligt an Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme, Schlaf, Temperatur- und Blutdruckregulation)
Oberstes Steuerungsorgan des Autonomen NS
Zusammenhang mit Emotionen: Kontrolliert Hypophyse neural und humoral (hat auch selbst Drüsenfunktion).Veranlaßt Nebennierenmark durch symphatische Innervation zur schnellen Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin. Veranlaßt damit auch Veränderungen im Stoffwechsel zur sofortigen Energieversorgung. Großhirnrinde kann Hypothalamus beeinflussen.

Warum ist es naheliegend, daß der Hypothalamus bei der Emotionsauslösung eine Rolle spielt?

Emotionen sind meist mit autonomen Funktionsveränderungen verbunden und der Hypothalamus als Steuerungsorgan des ANS vermittelt diese Veränderungen.

Welche Funktion hat das retikuläre System?

Anatomisch diffuse, netzartige Sturktur die sich vom unteren Teil des verlängerten Rückenmarks bis zum Thalamus erstreckt.
Kontrolle des Aktivations- und Aufmerksamkeitszustands, z.B. Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt. Auch ARAS (aufsteigendes reticuläres Aktivierungssystem) genannt.
Vermittelt reizbedingte Aktivationserhöhung, indem sensorische Afferenzen die Formation reticularis aktivieren die dann ihrerseits die gesamte Großhirnrinde aktiviert

Aus welchen Strukturen besteht das Limbische System?

Amygdala: 2 Mandelkerne vorn
Hippocampus: schließt sich hinter den Mandelkernen an.
Gyrus cinguli: Bereich des Neocortex über Corpus Callosum, umgibt Thalamus wie Gürtel (cingulum)
Fornix: wichtigste Bahn des limbischen Systems, zieht in einem Bogen vom Hippocampus zum Septum
Septum: hinter dem vorderen Ende des Gyrus cinguli
Mamillarkörper: am vorderen Ende der Fornix; zwei basale Kerne des Hypothalamus

Steuerung von Emotionen und Motivationen
Auslösung der 4 Fs: fleeing, feeding, figthing and sexual behavior
Räumlich und funktional enge Nähe zum Hypothalamus.
Schädigung => fluchender Arbeiter (Phineas Gage) mit Stange durch den Kopf

Nenne einige Aufgaben des Hippocampus!

Speicherung von Gedächtnisinhalten.

Schädigung führt zur Unfähigkeit, neues Gedächtnismaterial aufzunehmen (Patient H.M.).

Regulation der Cortisolausschüttung (Stresshormon).

Welche Funktion hat der corpus callosum?

Balken: Verbindet Hirnhälften und ermöglicht, daß sensorische Informationen, die eigentlich nur in eine Hemisphäre gelangen, ausgetauscht werden können.

Welche groben Funktionen besitzt der Kortex?

Somatosensorisches Feld: Infos aus den entsprechenden Sinnesgebieten werden verarbeitet (sensorisches Rindenfeld).
Es werden Druck-, Temperatur- und Schmerzinformationen verarbeitet (von der Haut kommend, auch vom Körperinneren).
Hände sind auf diesem Feld überproportional groß auf der Rinde repräsentiert, da diese viele Rezeptoren besitzen.

Motorisches Feld: Willentliche Entscheidung zu einer Bewegung. Wobei aber auch das Kleinhirn bei der Ausführung involviert ist (für die Feinabstimmung).

Wie heißen die beiden großen Furchen des Großhirns und welche Aufteilung ergibt sich durch sie?

Zentralfurche und laterale Furche

  • Frontallappen: vor der Zentralfurche
  • Temporallappen: unter der lateralen Furche
  • Parietallappen: hinter der Zentralfurche
  • Occipitallappen: zwischen Parietal- und Temporallappen

Wodurch ist das somatische Nervensystem vom autonomen Nervensystem funktional zu unterscheiden?

Somatisches Nervensystem: Teil des Peripheren Nervensystems, der mit der Umwelt interagiert. Informationen von Haut, Skelettmuskeln, Gelenken, Augen, Ohren gehen zum Zentralnervensystem, Signale aus dem Zentralnervensystem an die Skelettmuskulatur.
Motorisches System: steuert willkürliche Muskelbewegungen und passt Aktivität der Muskulatur an.
Sensorisches System: Erregung von Sinnesorganen höheren Zentren zuleiten und zu bewussten Wahrnehmungen verarbeiten.
Autonomes Nervensystem: Teil des Peripheren Nervensystems, der an der Regulierung des inneren Milieus beteiligt ist. Signale von Organen an das Zentralnervensystem, Signale vom Zentralnervensystem zu Organen, Drüsen, glatten Muskulatur.
Umfaßt zwei Typen efferenter Nerven: sympathische und parasympathische. Motorische Funktion des somatosensorischen Nervensystems kann im Sinne des operanten Lernparadigmas verändert werden. Motorische Funktionen des ANS i.S. des klassischen Paradigmas. Wichtig für die Psychogenese von funktionalen Erkrankungen in den beiden motorischen Funktionsbereichen.

Was ist der Unterschied zwischen Projektionsfeldern und Assoziationsfeldern?
Was kann in diesem Zusammenhang zu dem Begriff Agnosie gesagt werden?

Informationen über Reizeigenschaften gelangen über die sensorischen Afferenzen zunächst in die Projektionsfelder, in denen die Reizeigenschaften analysiert und verarbeitet werden. Die Assoziationsfelder spielen bei der begrifflichen Wahrnehmung eine Rolle und dienen deshalb der der Einordnung in einen komplexeren Zusammenhang.
Schädigungen in den Projektionsfeldern im visuellen Cortex führen zu Blindheit.
Sind die Assoziationsfelder geschädigt, kann der Patient das Wahrgenommene zwar beschreiben, nicht aber begrifflich einordnen, und deshalb auch nicht benennen.

Wie heißen die Sprachzentren und welche Aufgabe haben sie jeweils?
Welche Ausfälle oder Einschränkungen können in Folge einer Schädigung eines der Sprachzentren auftreten?

Brocasches Sprachzentrum: motorisches Sprachzentrum; innerviert Sprechmuskulatur, Nähe des motorischen Feldes.
Schädigung: Einschränkung des Sprachausdrucks, Sprachverständnis bleibt aber erhalten

Wernickesches Sprachzentrum: sensorisches Sprachzentrum; Sprachverstehen, Nähe des auditiven Cortex.
Schädigung: Verlust des Sprachverständnisses, Ausdruck wird beeinträchtigt. Laute und Wortfolgen können zwar noch produziert werden, ergeben aber keinen Sinn (Sitz von Sprachstruktur und -logik)

Beim Rechtshänder befinden sich beide Zentren in der LH. Beim Linkshänder können beide unabhängig voneinander auf einer der beiden Seiten vorkommen.

Sprachfunktionen werden oft der linken Hemisphäre zugeordnet. Kann man sagen, dass die rechte Hemisphäre keine Sprachfähigkeit besitzt?

Nein.
Selbst wenn sich beide Sprachzentren in der LH befinden, hat die RH immer noch Sprachfähigkeit
Experiment: split-brain Patient
Im linken visuellen Halbfeld wird tachiskopisch ein Wort dargeboten (gelangt nur in die RH): Person kann Gegenstand nicht benennen, aber den richtigen Gegenstand herausgreifen.=> RH hat Wort verstanden, auch wenn sie es nicht ausdrücken kann. Darüberhinaus muß die RH auch die Instruktion zum Herausgreifen verstanden haben.

Wie kann gezeigt werden, dass räumliches Denken eher der rechten Hemisphäre zuzuordnen ist?

Split-brain Patient soll eine 3-dimensionale Figur einmal mit der linken und einmal mit der rechten Hand zeichnen.
Dies gelingt nur mit der linken Hand (RH).

Was wird vom Autonomen Nervensystem gesteuert?

  • Glatte Muskulatur der Organe, Herz, Drüsen
  • Einfluß auf viele Körperfunktionen, z.B. Weite der Blutgefäße. Pulsfrequenz, Speichelsekretion
  • Ist weitgehend der Willenskontrolle entzogen im Gegensatz zum Somatischen Nervensystem.

In welche Bestandteile lässt sich das ANS unterteilen und wie können deren Funktionen grob beschrieben werden?

Sympathikus: Freisetzung von Energie, wirkt pauschal: z.B. Herzrasen, Durchblutung der Bewegungsmuskulatur, Schweißsekretion.
Parasympathikus: Speicherung von Energie, kann einzelne Organe gezielt innervieren z.B. Speichel - und Verdauungssaftsekretion, Magen und Darmaktivität
Zwischen den beiden herrscht eine antagonistische Beziehung

Wie wird die Verbindung des Parasympathikus zu den inneren Organen genannt?

Parasympathischer Nerv = Vagusnerv

Wie heißt das zentrale Steuerungsorgan des ANS?

Hypothalamus (der seinerseits in enger Verbindung zum limbischen System steht)
Funktion: Körperfunktionen auf verschiedene Situationen einstellen, wobei Wahrnehmung, Analyse und Bewertung der Situation durch die Großhirnrinde erfolgen.

Wie kann der Hypothalamus außerdem noch Wirkung auf Effektorogane ausüben?

Neben dem ANS (neuronaler Weg) steht dem Hypothalamus dafür auch noch das Hormonsystem (humoraler Weg) zur Verfügung.
Es besteht aus den innersekretorischen (endokrinen) Drüsen und die Hormone in den Blutkreislauf geben, der sie an die Effektorgane bringt. Ob ein Hormon an einem Organ wirken kann, hängt von den Rezeptoren and er Membran der Zielzelle ab.

Nenne wichtige endokrine Drüsen und durch sie gesteuerte Funktionen.

Zirbeldrüse: Melatoninausschütung; sexuelle Reifung
Hypothalamus: Adrenalin und Noradrenalin bei Spreß;
Hypophyse (Hirnanhangdrüse): reguliert die Ausschüttung von Hormonen anderer Drüsen; Wachstumshormone, die direkt auf Knochen- und Muskelgewebe wirken und zum pubertären Wachstumsschub führen. Ausnahme: Unmittelbare sympathische Innervation des Nebennirenmarks durch den Hypothalamus => Adrenalin, Noradrenalin
Schilddrüse: Wachstum, Energiestoffwechsel
Nebenniere: Regulation von Salz- und Zuckerhaushalt; Wachstum (Hormone zur zur Reifung der Genitalien und die Entwicklung der sekundären Geschlechtsmerkmale)
Bauchspeicheldrüse: Glukosegehalt im PlasmaGonaden (Keimdrüsen): Produktion von Spermien oder Eizellen

Skizziere grob die physiologische Reaktion auf akuten Stress.

Stressoren bewirken daß der Hypothalamus die Nebennierenrinde zur Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenailin veranlaßt
=> Erhöhung des Blutdrucks und der Schweißsekretion
=> Veränderungen im Stoffwechsel zur sofortigen Energieversorgung
=> Hypothalamus bewirkt ebenfalls, daß die Hypophyse die Nebenniere zur Produktion von Cortisol anregt (hemmt Aufnahme von Glucose durch das Körpergewebe und steigert somit die Glucosekonzentration im Blut)
=> Gefahr für Bluthochdruck steigt (Hypertonie)

Was ist der Unterschied zwischen Anatomie und Physiologie?

Anatomie: beschäftigt sich mit dem Bau des Körpers.
Physiologie: interessiert sich hingegen für die Funktion des Organismus (chem. Umwandlungen bei Verdauung, Blutdruckregulation, Bildinformation von der Netzhaut in das Gehirn)

Was sind im Falle der Psychologie die Reize und die Reaktionen?
Bei der Physiologischen Psychologie?
Bei der Psychophysiologie?

Psychologie:
Reiz: komplex, Wirkung über kognitive Funktionen (über Großhirnrinde, wie z.B. Wahrnehmungen und Bewertungen)
Reaktion: komplex, Verhalten, Emotionen, verbale Äußerungen, psychische Reaktionen auf psychische Reize
Physiologische Psychologie:
Reiz: unmittelbare Einwirkungen auf das NS, vor allem das Gehirn (Reizung oder Entfernung eines Teils)
Reaktion: (komplexes) Verhalten, Auswirkungen systematischer Beeinflussungen der Funktionen des Nervensystems auf Verhalten
Psychophysiologie:
Reize: psychologische Reize
Reaktionen: körperliche Funktionen (Reaktion des Autonomen Nervensystems: Blutdruck, Hautleitfähigkeit, Herzfrequenz) Körperliche Auswirkungen psychischer Prozesse

Was sind wichtige Ergebnisse der Physiologischen Psychologie?

Zuordnung von psychischen Funktionen zu Hirnarealen (Kartographierung der Großhirnrinde):
Teilweise weiß man es sehr gut => Form und Konturerkennung, teilweise sehr vage => Vorstellungsvermögen in vorderer RH

Wissen über die Wirkung bestimmter chemischer Stoffe bei der Erregungsfortleitung (wichtig für Erforschung von Psychopharmaka).

Wissen über den Einfluß subcortikaler Strukturen und Prozesse auf die Funktionen des Cortex (ARAS usw).Betrachtung von Einzelfunktionen fragwürdig, da oft komplexe Interaktionen vorliegen.

Nenne Zielsetzungen der Psychophysiologie!

  1. von physiologischen Funktionen (Variablen) soll auf psychische Prozesse zurückgeschlossen werden -> Indikatorfunktion
  2. Betrachtung der Rückwirkung psychisch bedingter körperlicher Prozesse auf psychische Prozesse
  3. Betrachtung der körperlichen Folgen psychischer Prozesse (z.B. Entstehung körperlicher Symptome in Folge von andauerndem Stress)

Was kann dazu gesagt werden, daß psychophysiologisches Messen oft als exakter als psychologisches Messen angesehen wird?

Die Annahme wird manchmal fälschlicherweise gemacht.

Beim psychophysiologischen Messen darf nicht vergessen werden, daß die physiologischen Variablen, die genau erhoben werden können, nicht interessant sind. Interessant sind eigentlich nur die psychischen Prozesse, auf die geschlossen wird.Es stellt sich also die Frage, ob die psychischen Konstrukte gut operationalisiert wurden und ob Rückschlüsse sinnvoll sind, denn die Beziehung zwischen der latenten Variable (psychisch) und der Indikatorvariable (physiologisch) ist nicht bekannt.
Transformationsproblematik: Sind die Beziehungen linear, logarithmisch? => Welche Transformation am adäquatesten ist, ist schwer zu entscheiden.

Was sind Vorteile psychophysiologischen Messens?

Bei den gemessenen Funktionen handelt es sich meist um solche, die vom ANS gesteuert werden und können deshalb nicht willentlich beeinflusst werden.
Das Problem der Reaktionsverfälschung (durch Fragebögen) kann umgangen werden: Verbales Empfinden kann bewusst oder unbewusst verfälscht sein.
Beim Schlaf kann eine Introspektion keine differenzierten Aufschlüsse über den Schlaf geben => EEG stellt viel differenziertere Informationen bereit.

Erkläre die Begriffe endosomatisch und exosomatisch.

Endosomatisch bedeutet, dass die Energie, auf der eine Messung beruht, ihren Ursprung im Körper hat (Messung der Muskelaktivität)
Exosomatisch: Energie für die Messung muß von außen zugeführt werden.Häufig gemessene psvchophvsiologische Variablen

Was sind phasische bzw. tonische Veränderungen?

Unterscheidungen nach betrachteter Zeitdauer.
Phasische Reaktionen:

  • Dauern bis zu ½ Minute
  • Werden als Reaktionen auf einen kurzen eindeutig definierten Reiz gesehen
  • Werden in Form von Reaktionsamplituden quantifiziert (Differenz von nach Reiz gemessenem maximalen Wert und Ausgangswert) Differenz gibt Stärke wieder
  • Längerzeitige Veränderungen (z.B Schlafen)
  • Es werden in verschiedenen Zeitabständen Messwerte festgehalten
  • Einzelwerte

An welchen Stellen werden bei der EDA-Messung Elektroden angebracht und warum?
Nach welchem Prinzip erfolgt die Messung?

Innenflächen der Finger bzw. der Daumenballen und der ihm gegenüberliegende Handflächenballen.
Die Funktion der Schweißdrüsen auf den Handinnenflächen (und den Fußsohlen) besteht im Gegensatz zur Thermoregulation darin, in Belastungssituationen die Griffigkeit zu erhöhen.

Über zwei Elektroden konstante Spannung (0,5V).
Je nach Schweißdrüsenaktivität verändert sich die Leitfähigkeit der Haut. Zunächst wird der Widerstand der Haut gemessen in Ohm, der zw. 10.000 und 500.000 Ohm schwanken kann. Anschließend wird der reziproke Wert des Widerstandes gebildet, weil die EDA heute in Leitfähigkeit angegeben wird. Die Einheit der Leitfähigkeit ist MikroSiemens.

Wodurch wird die Aktivität der Schweißdrüsen gesteuert?

Über den sympathischen Teil des ANS

Wie wird die Stärke einer Reaktion dargestellt?

In Form einer Reaktionsamplitude (Stärke der Reaktion):
Differenzwert: Maximaler Hautleitfähigkeitswert minus Ausgangswert

Wie nennt man die Zeit zwischen einer Reizgabe und einer physiologischen Reaktion?

Latenzzeit:
Zwischen Zeitpunkt der Reizgabe und dem Beginn der EDA-Reaktion verstreicht eine Zeit von ca. 1,5s.

Was passiert, wenn man denselben Reiz im Abstand von etwa 20 Sekunden wiederholt darbietet?

Die Amplituden (Differenzwerte) werden kleiner => Habituation.
Die Amplituden (Differenzwerte) werden größer => Sensitivierung.

Was wird bei einem EMG gemessen?
Was sind typische Ableitungsorte?
Was ist beim EMG von eigentlichem Interesse?

Durch Kontraktion von Muskelfasern werden Aktionspotentiale hervorgerufen, die sich über die Körperflüssigkeit elektrisch bis zur Hautoberfläche ausbreiten und dort registriert werden.
Ableitungsorte: Oberseite des Unterarms, Stirn, Muskeln unterhalb des Kinns (bes. in der Schlafforschung).
Von Interesse:Spannungszustand der Muskulatur. Die quergestreifte Muskulatur wird als Willkürmuskulatur bezeichnet, unterliegt aber auch vielen unwillkürlichen Reaktionen. Diese interessieren in der Psychophysiologie besonders (Muskelverspannungen bei Stress.)

Erläutere die Riva-Rocci-Methode.

Am linken Oberarm wird eine Manschette so weit aufgepumpt, sodaß die Armarterie zugedrückt wird. Nun wird Luft aus der Manschette gelassen. Mit Hilfe eines Stethoskops kann man das Korotkow-Geräusch hören, das entsteht, wenn durch den Druck der systolischen Blutdruckwelle Blut durch die zusammengedrückte Arterie gequetscht wird, während die Arterie in der diastolischen Phase weiterhin verschlossen bleibt.
Der Manschettendruck, bei dem das erste Korotkowgeräusch hörbar ist, entspricht dem systolischen Blutdruck (120 mmHg). Wenn bei weiterem Nachlassen des Manschettendruckes keine Geräusche mehr zu hören sind, ist der Blutdruck die ganze Zeit höher als der Manschettendruck. Dies ist dann der diastolische Blutdruck (80 mmHg).

mmHG: Höhe in mm auf einer Quecksilbersäule.

Was sind Vor- und Nachteile der Riva-Rocci-Methode?

  • einfache Methode
  • geringer Preis der Messgeräte

Nachteile:

  • Kompression des Oberarms kann unangenehm sein, so daß die Vp von einer Aufgabe, die sie im Experiment erfüllen soll, abgelenkt werden kann
  • Eine kontinuierliche Messung ist nicht möglich.
  • Die einzelnen Messungen dauern lange und belasten sehr, deswegen können nur tonische und keine phasischen Veränderungen erfasst werden.

Gibt es eine Möglichkeit, den Blutdruck kontinuierlich zu messen?

Methode nach Penaz:
Über Fingermanschette wird stets ein Gegendruck zu dem fingerarteriellen Blutdruck aufrechterhalten.
Dies geschieht mit einem pneumatischen Servomechanismus, der den Druck so regelt, dass er dem fingerarteriellen Druck entspricht. Der fingerarterielle Blutdruck kann durch Addition einer individuellen Konstante in den Blutdruck der Oberarmarterie umgerechnet werden
Einmalige Armdruck und Fingerdruck Messung nötig. Messfehler bei schlecht durchbluteten Fingern!

Was ist die physiologische Grundlage der hirnelektrischen Aktivität?

Die aus der Summation der postsynaptischen Potentiale entstehenden abgestuften Potentiale an Dendriten und Somata der Cortexneuronen (denn gemessen wird an der Hirnoberfläche)
IPSP und EPSP dauern länger und können in Summation bis an die Cortexoberfläche gelangen, was bei der kurzen Dauer eines Aktionspotentials nicht der Fall ist.

Nach welchem System werden die Elektroden beim EEG angebracht?
Was sind mögliche Artefaktquellen?

10-20-System nach Jasper:
Schädeloberfläche wird längs und quer in 10%- bzw. 20%-Abschnitte unterteilt. Platzierungen werden mit Buchstaben für Kortexbereich und Zahlen gekennzeichnet. Große Zahlen geben einen großen Abstand zur Mittellinie an. Als neutrale Referenzpunkte dienen die Ohrläppchen. Chlorierte Silberelektroden weisen die besten Eigenschaften auf.
Aufgrund der hohen Verstärkung können schon geringe elektrische Störungen zu erheblichen Verfälschungen führen.

Externe Fehlerquellen: Elektromagnetische Einstreuungen, wie Stromleitungen oder größere elektrische Geräte (Faradayscher Käfig = elektromagnetische Abschirmung)

Interne Fehlerquellen: EKG-Einstreuungen, Augenbewegungen (EKG-und EOG-Registrierung), Lidschläge, Muskelpotentiale, Pulsationsschwankungen (Elektrode auf pulsierendem Gefäß)

Was versteht man unter Spontan-EEG und ereignisbezogenen Potentialen?

Spontan-EEG: ständig registrierbare Potentialschwankungen.
Ereignisbezogene Potentiale: Potentialschwankungen, die Folge experimenteller Reize sind (=ERP)
Evoziertes Potential: Veränderung des EEG-Signals, die als Antwort auf einen Stimulus über einem Cortexareal abgeleitet werden kann. (Evozierte Potentiale werden durch bestimmte Reize ausgelöst. Sie vermischen sich mit der Spontan- Aktivität. Um sie im Kurvenverlaufsichtbar zu machen, bedient man sich der so genannten Methode des Averagings, Reizgabe wird öfters widerholt, dadurch soll sich das Spontan EEG herausmitteln. Die Dauer eines evozierten Potentials beträgt 500 ms. Es handelt sich also um eine phasische Veränderung. Evozierte Potentiale weisen eine komplexe Wellenform auf und werden durch ihre Extrema und Latenzen beschrieben.)

Was sind Komponenten des evozierten Potentials?

Man unterscheidet zwei Komponenten:

  • die Antwort auf den Stimulus (das Signal)
  • ständig vorhandene EEG-Hintergrundaktivität (Rauschen)

N200: neg. Extrempunkt nach 200ms, bei seltenen Ereignissen, unabhängig von der Aufmerksamkeit
PJOO: pos. Potentialveränderung nach 250 bis 600ms nach Reizgabe, bei aufgabenrelevanten Ereignissen
CNV: langsame neg. Potentialverschiebung im Zusammenhang mit S1-S2-Paradigma, Phase zwischen den Reizen, Beendigung nach Ausführung der Aufgabe, begleitet Erwartungen von bestimmten Anforderungen

Was ist eine Alpha-Blockade?

Befindet sich eine Person im entspannten Wachzustand, ist ein synchronisiertes EEG zu erwarten. Es treten vermehrt Alpha-Wellen auf. Ändert sich der Aktiviertheitszustand der Person (z.B. Augenöffnen), wird das Auftreten der Alpha-Wellen blockiert.
Es sind dann vermehrt Beta-WeIlen zu sehen, das EEG ist nicht mehr synchronisiert. Alpha-Blockaden werden aber nicht nur durch Augenöffnen ausgelöst, sondern immer, wenn unerwartete Reize verarbeitet werden.

Unterscheiden sich die einzelnen Wellen?

Amplitude groß, Frequenz klein => niedrige Aktivation
Amplitude klein, Frequenz groß => hohe Aktivation

Durch die Fast-Fourier-Transformation wird das Signal in eine Sinusschwingung mit verschiedenen Amplituden und Frequenzen zerlegt

Delta Wellen 0,5 - 4 Hz Tiefschlaf
Theta-Wellen 5 - 7 Hz tiefe Entspannung, einschlafen
Alpha-Wellen 8 -13 Hz entspannter Wachzustand J synchronisiert, spindelförmig
Beta-Wellen 14 - 30 Hz bei mentaler und körperlicher Aktivität desynchronisiert
Gamma-Wellen 30-50 HZ sehr starke aktiviertheit

Wie kann die Größe der Pupille gemessen werden?
Was sind typische Fehlerquellen bei der Pupillometrie?

Öffnung der Iris wird gemessen.
Es wird eine bes. Apparatur benötigt, die Kinn und Stirn stützt. Mit Hilfe einer Videokamera, die so eingestellt wird, daß die Pupille 2/3 des Bildes einnimmt, werden Veränderungen registriert. Mit Hilfe einer Meßelektronik kann dann die Größe der Pupille bestimmt werden.
Helligkeitsveränderungen haben Einfluß auf die Pupillengröße. Es sollte deshalb auch kein visuelles Reizmaterial verwendet werden.
Messausfälle durch Lidschläge. Zeitraum der Lidschläge zuzüglich der Dauer der anschließenden Pupillenkonstriktion müssen von der Auswertung ausgeschlossen werden.

Wie kann die Atmung gemessen werden?
Warum wird die Atmung manchmal in der Psychophysiologie gemessen?

Effort-Methode: dehnungssensible Gurte um Bauch und Brustkorb
Flow-Methode: 3 Temperaturfühler vor Nase und Mund

In der Medizin: je nach Füllungsgrad des Brustraums mit Luft variiert der Widerstand gegenüber Wechselstrom -> schwacher Wechselstrom, der durch zwei Elektroden am Brustkorb induziert wird. Nur Atemzyklus und die aus ihr resultierende Atemfrequenz wird gemessen. Die Atmung beeinflusst die Herzfrequenz; Einatmen -> Herzbeschleunigung; Ausatmen -> Herzverlangsamung.
In der Schlafforschung interessiert die Atmung besonders im Zusammenhang mit Apnoen.

Wie werden Augenbewegungen gemessen?
Warum werden in der Psychophysiologie Augenbewegungen gemessen?

Elekrtookulogramm (EOG).
Augäpfel haben elektrische Polung (Hornhaut gegenüber Rest positiv geladen). Verändert sich die Sehachse, so verändert sich damit auch das ausgehende elektrische Feld.Die Änderungen können über Elektroden, die um die Augen angebracht werden, registriert werden.
Sie können das EEG beeinflussen und sollten deshalb mitregistriert werden. Außerdem sind sie für den REM-Schlaf charakteristisch und werden deshalb oft in der Schlafforschung gemessen.

Was besagt das Yerkes-Dodson-Gesetz?

Für Aufgaben einer bestimmten Komplexität gibt es einen optimalen Aktivationszustand.
Oberhalb dieses Aktivationszustandes nimmt die Leistung wieder ab.
Annahme, daß es ein eindimensionales Aktivierungskontinuum gibt, das vom tiefen Koma bis zu panikartiger Erregtheit reicht und sich parallel in verschiedenen Maßen ausdrückt

Was sind Indikatoren für Aktivation im psychologischen Sinn?

Pupillenweite
EEG als Indikator des aktuellen Erregungszustand (ARAS scheint daran beteiligt zu sein).

Wie können bestimmte Schlafstadien bestimmt werden, die ja auch als Stadien verschiedener Aktiviertheit gesehen werden können?

Mit dem EEG.
Ein Schlafstadium ist charakterisiert durch

  1. Zerfall der Alpha-Aktivität zugunsten langsamerer Wellen
  2. (mitteltief) K-Komplexe (langsame hochamplitudige Wellen) und Schlafspindeln
  3. (Tiefschlaf) mind. 20% Delta-Wellen, K-Komplexe, keine Schlafspindeln mehr
  4. (Tiefschlaf) mind. 50% Delta-Wellen, ältere Menschen erreichen dieses Stadium nur noch in Ausnahmen

REM: schnelle Augenbewegungen, EMG-Entladungen, wechselnde Atmung, desynchronisiertes EEG etwa alle 90 min, Verbindung mit Träumen, bei kleinen Kindern macht dieses Stadium 50-80% aus

Was bedeutet bei einem wachen Probanden ein synchronisiertes EEG von etwa 10 Hz?

Es zeigt einen entspannten, aber aufmerksamen Zustand an. Wird das EEG bei einer Alpha-Blockade unsynchronisiert, indiziert das eine höhere Aktiviertheit.

Was ist eine Orientierungsreaktion?
Welche Variable zeigt besonders gut die Stärke einer solchen an?

Aufmerksamkeitsreaktion, die bei Umweltereignissen eintritt und bei wiederholter Reizdarbietung in ihrer Stärke abnimmt (Habituation).
Die Stärke drückt sich in der Amplitude der EDA aus, also im Ausmaß der phasischen Erhöhung der Hautleitfähigkeit.
Andere Variablen, die mit der Orientierungsreaktion in Zusammenhang gebracht worden sind (Herzfrequenzverringerung), indizieren andere psychische Prozesse, die ihr vorausgehen (Einschätzung des Reizes) oder ihr folgen (Lernprozesse).
Sokolow: Erweiterung der Blutgefäße am Kopf, während sich diese bei einer Defensivreaktion verengen.

Welche Indikatorvariable wird bei der Emotionsmessung eingesetzt?

Die Messung der elektrodermalen Aktivität (EDA).
Hautleitfähigkeit ist ein sensibles Maß für emotionale Prozesse, aber die Qualität dieser Prozesse lässt sich nur aus dem situativen Kontext erschließen.

Gib Beispiele, wo die EDA gemessen wird.

Lügendetektor: Verdächtigen werden Informationen zum Tathergang gegeben, die nur dem Täter und der Polizei bekannt sind => EDA soll Angst der Person widergeben.
Werden Reize als aversiv empfunden oder rufen sie nur eine Orientierungsreaktion hervor? (Transformationsproblematik)

Was ist Spontanfluktuation?
Womit steht die Persönlichkeitsvariable der elektrodermalen Labilität im Zusammenhang?

Spontane phasische Änderungen der Hautleitfähigkeit, die wie Reaktionen auf Reize aussehen.
Da aber äußerlich kein Reiz vorhanden war, müßte es sich um selbstgenerierte innerliche Reize handeln.
Treten viele Spontanfluktuationen in einer Zeiteinheit auf, spricht man von elektrodermaler Labilität. Elektrodermale Labilität steht im Zusammenhang mit Leistungen in Reaktionszeit- oder Vigilanzaufgaben (Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum halten).

Wie sehen Reaktionsverläufe bei einer Sensitivierung aus?
Welches paradoxe Ergebnis liefern Experimente, bei denen wiederholt ein starker Reiz dargeboten wird, wenn die Reaktionsamplituden einmal in Form von Widerstandsänderungen und einmal in Form von Leitfähigkeitsänderungen dargestellt werden?

Sensitivierung: Ist der Reiz unangenehm, nimmt die Größe der Reaktionsamplituden zu. Es wird von mal zu mal stärker reagiert. Die Widerstandsänderungen werden immer kleiner -> Habituation
Die Leitfähigkeitsänderungen werden immer größer -> Sensitivierung

Beziehung ist nicht linear, sondern reziprok. Die Nichtlinearität zwischen Leitfähigkeit und Widerstand bewirkt, dass bei hohen Leitfähigkeitswerten der Anstieg der Funktion groß ist und dadurch Effekt einer großen Leitfähigkeitsänderung eine kleine Widerstandsänderung entspricht.

Welche Annahme machten Schachter und Singer?
Erläutere das Experiment.

Die Qualität der Emotion wird durch Situation bestimmt, kognitive Bewertungsprozesse.
Die Wahrnehmung der Aktiviertheit ist nur eine allgemeine Voraussetzung der Emotionsentstehung.
Sie spritzten Adrenalin, so daß die Vpn aktiviert waren. Nun sollte die Vp zusammen mit einer wütenden oder fröhlichen Person warten.
Nach ihrer Theorie war die Erregung notwendig für die Entstehung von Gefühlen. Zusätzliche muß noch eine kognitive Bewertung der unspezifischen Erregung vorgenommen werden, die vom Kontext abhängt.
Die Ergebnisse wurden von Schachter und Singer zwar auch in dieser Richtung gedeutet, Replikationsversuche scheiterten jedoch.

Was versteht man unter der Zajonc-Lazarus-Kontroverse?

Lazarus geht ähnlich wie Schachter davon aus, dass Kognitionen nötig sind, um Emotionen auszulösen.

Zajonc kritisierte diesen Standpunkt. Er zeigte Situationen auf, in denen Emotionen ohne kognitive Schlussfolgerungen entstanden. Er zeigte Vp Reize (chinesische Schriftzeichen) aber nur so kurz, dass ein bewusstes Erkennen ausblieb.

Worauf geht Izards Emotionstheorie zurück?

Er greift Beobachtungen Darwins auf, dass es interkulturell identische Gesichtsausdrücke gibt, die mit bestimmten Emotionen einhergehen.
Izard beschäftigte sich damit, inwieweit diese Gesichtsausdrücke Emotionen erzeugen können. Er steht damit der James-Lange-Theorie nahe. Inwieweit können bestimmte Gesichtsausdrücke Emotionen ausdrücken? (Gesichtsmuskelinnervations-Emotionsmechanismus)

Was sind typische psychosomatische Variablen?
Welcher Bereich der experimentellen Psychophysiologie ist für die Psychosomatik von Interesse?

Blutdruck, Blutfett, Verdauungssaftsekretion, Schilddrüsenfunktion, Darmbewegungen.

Hoher Blutdruck verursacht Verletzungen der Aterieninnenhaut, was zur Atherosklerose führt => Verschließung der Herzkranzgefäße mittels eines Thrombus => Absterben von Herzmuskelgewebe (Herzinfarkt)
Der Bereich des Lernens autonomer Funktionen auf der Basis der beiden bekannten Lernparadigmen (klassische und operante Konditionierung): Verhaltensmedizin.
Psychosomatische Medizin: Ziel psychophysiologischer Untersuchungen: Finden von persönlichkeits- oder situationstypischen dysfunktionalen physiologischen Reaktionsmustern. (z.B. essentielle Hypertonie = Bluthochdruck ohne erkennbare organische Ursache)

Wie kam Freud zu der Einsicht, dass Hysterie keine organischen Ursachen hat?

19. Jh: Jede Krankheit hat organische Ursache.
Hysterie ist Störung im Funktionsbereich des somatischen Nervensystems. Patienten können an Blindheit (sensorisch) oder Lähmungen (motorisch) leiden.
Unter Hypnose konnten die Symptome zum Verschwinden gebracht werden, kehrten danach wieder zurück => organische Ursachen ausgeschlossen, da die nicht so schnell verschwinden und auftauchen können.

Im nichthypnotischen Zustand können die Personen allerdings keine Auskunft über die Ursachen der Störungen machen. => Ursache muss also im Unbewussten liegen. Erinnerungen von Patienten wiesen darauf hin, dass die psychische Ursache in traumatischen Erfahrungen zu liegen scheint.

Was ist unter Freuds Theorie der Hysterischen Konversion zu verstehen?
Wer kritisierte diese Übertragung besonders nachdrücklich?

Traumatischer Inhalt kann erträglich gemacht werden, indem er in körperliches Symptom umgewandelt wird.
Franz Alexander hielt es für falsch, Erklärungsansatz der Hysterie, (Symptome im somatischen NS) auf psychosomatische Erkrankungen (Ursachen im ANS, z.B Blutdruck, Verdauung) zu übertragen.
Zwischen mentalen Prozessen und ANS nur indirekte Verbindung => Hypothalamus als höchstes Steuerungsorgan des ANS kennt keine symbolische Repräsentation mentaler Inhalte => Mentale Prozesse aus dem Kortex können diese nur modulieren.
Beim somatischen NS ist die Verbindung enger, weshalb die symbolische Aussagekraft bei der Hysterie durchaus denkbar wäre => Mentale Prozesse können aktiv über das somatische NS ausgedrückt werden (Mimik, Gesichtsausdruck, Sprache)

Was schlug Alexander stattdessen vor?

Bei psychischer Belastung zwei mögliche emotionale Reaktionstendenzen:

  1. Feindseligkeit, Aggressivität (Aktivierung des sympathischen NS => Erhöhung des Stoffwechsels, Aktivierung des Kreislaufs)
  2. Rückzug der nach außen gerichteten Aktivitität in Abhängigkeit (Aktivierung des parasympathischen NS => erhöhte Aktivität der Verdauungsorgane, Regression: Verlangen, in frühere Stufe zurückzufallen => Abhängigkeit von Mutter => Nahrungsaufnahme)

Beide inadaptiv, da Kontext Ausleben nicht zulässt.
Alexander warnte vor schematischer Anwendung diesen Modells. Jeder Patient ist in seiner einmaligen Konstellation zu verstehen:

  • physiologische Reaktionstendenz
  • weist auf die konkrete Konfliktlage hin
  • adaptive oder auch kontraproduktive Bewältigungsstile sind zu beachten.

Was ist der Grundgedanke der Verhaltensmedizin?
Wirkorte von Psychopharmaka am Bsp. des Hyperkinetischen Syndroms?

Physiologische Dysfunktionen, die zu körperlichen Erkrankungen führen, sind meist durch Umwelteinflüsse entstanden, also gelernt.
Für autonome Funktionsstörungen wird das klassische Konditionieren herangezogen, für somatische Funktionsstörungen das operante Konditionieren.

Hyperkinetisches Syndrom
Retarlin = Amphetamin
Die Wirkung beruht auf einer Erhöhung der Konzentration von Adrenalin und Noradrenalin im Synaptischen Spalt, hervorgerufen durch:

  1. Eine vergrößerte präsynaptische Freisetzung
  2. Hemmung der Wiederaufnahme des Transmitters
  3. Verlangsamung des enzymatischen Abbaus

Was ist eine Typ A Persönlichkeit?

Annahme, dass es Personen gibt, die kurzzeitig extreme physiologische Werte erreichen, die überproportional schädigend sein können (Herzinfarkt).
Feindselig, arbeiten unter Zeitdruck und an der Grenze der Leistungsfähigkeit. Bei erfolgloser Streßbewältigung neigen sie dazu, in eine passive, resignative Phase überzugehen.

Das Typ A Verhalten stand eine Weile auf der Liste der Herzinfarktsrisikofaktoren, man stellte aber fest, daß unendlich viele Faktoren (psychologische, physiologische) beim Entstehen eines Herzinfarktes eine Rolle spielen und andere Faktoren, wie z.B. Bluthochdruck und Blutfett stärkere Prädiktoren sind.

Wie verhält sich die Methode der Konditionierung im Bezug auf das Typ A Verhalten (akuter Stress)?

Im Prinzip wäre es möglich, diese Situation künstlich in der Therapie herbeizuführen und sie mit einem UCS mit der gegenteiligen (also blutdrucksenkenden) Wirkung zu verbinden.
Psychopharmaka bringen nicht den erwünschten Effekt: z.B. bringt Alkohol in Belastungssituationen zwar einen positiven Zweck, man kann ihn aber nicht irgendwann weglassen (wie beim klassischen Konditionieren), da nicht mehr die Wirkung eintreten kann.

Es ist sinnvoller, den Patienten Entspannungstechniken lernen zu lassen. Bei einer starken Innervation des Parasympathikus wäre ein Verstärkung des Sympathikus (klassische Konditionierung) absurd, da man ja Angst und Streß beim Patienten induzieren würde. Entspannungstherapien als Nottherapien sind vorzuziehen.

Was versteht man unter Biofeedback?

Beim Biofeedback werden einer Person physiologische Funktionen zum Zweck ihrer systematische Veränderung zurückgemeldet.
Beispiel: Muskelspannung wird zurückgemeldet. Person soll versuchen, sich zu entspannen. Ton gibt grad der Verspannung an. Es wird nicht explizit belohnt, aber man nimmt an, das ein entspannter Zustand der Muskeln, der von der Maschine zurückgemeldet wird, Belohnung genug ist.

Es wurde auch versucht, autonome Funktionen durch operantes Konditionieren zu verändern. Hatte man Erfolg?

Miller, Dicara (1968): Muskulatur von Ratten wurden mit Curare gelähmt. Ergebnisse schienen eindeutige Möglichkeiten zu belegen, das ANS durch Operante Konditionierung zu beeinflussen.

War aber nicht replizierbar.
Autonome Funktionen können nur mit klassischer Konditionierung verändert werden.
Biofeedback (Operantes Konditionieren) wird jedoch heute immer zum Teil für autonome Fehlfunktionen (z.B. Migräne) verwendet (geringe Erfolge)
Biofeedback gibt Rückmeldung => Mentale Prozesse als Mediator => diese modulieren Hypothalamus und somit den z.B. Blutdruck.
Man könnte sich aber Biofeedback sparen und Entspannungstechniken anwenden.

Beispielhafte psychosomatische Erkrankungen?

Symptome eines Herzinfarkts: Schmerz unter dem Brustbein, der auf Oberarme, Rücken ausstrahlen kann => die vom Herzen kommenden (afferenten) Nervenfasern sind mit Nervenfasern im Rückenmark zusammengeschaltet, die aus verschiedenen Bereichen der Körperoberfläche kommen.
Da die neuralen Impulse im von der Körperoberfläche kommen, so dass die an das Gehirn weitergeleiteten Impulse keinen Aufschluss darüber erlauben, woher sie ursprünglich kommen. Die Zonen an auf der Körperoberfläche, deren Afferenzen mit denen von einem inneren Organ zusammengeschaltet sind, heißen "Headsche Zonen".

Wie entstehen die geschwürhaften Erkrankungen des Magens physiologisch?

Magen- und Darmwände werden durch die Verdauungssubstanzen angegriffen.
Gegen die Wirkung der Substanzen schützen sich Magen und Darm durch Schleim.
Pathomechanismus: Ist das Gleichgewicht zwischen Verdauungssubstanz und Schutzsubstanz gestört, kommt es zu Erkrankungen.Sehr gefährlich können Verletzungen werden, wenn es zu Blutungen oder zum Durchbruch kommt. Beim Magen können Geschwüre bösartig sein (Krebs).
Diese Erkrankung, bei der offensichtlich der Parasympathikus überaktiviert ist würde nach Alexanders Analyse eine abhängige Persönlichkeit erwarten lassen

Kritische Bewertung der Psychophysiologischen Forschung?

Beziehung latenter psychischer zu manifesten physiologischen Variablen.
Beispiel: Unsinnigkeit, kognitive Prozesse über Analyse EEG zu erforschen:
EEG ist ein Maß für unspezifische Gehirnaktivität.

  1. es ist unbekannt, welcher Anteil der neuronalen Ereignisse an der Schädelfläche messbar ist
  2. neurale Grundlagen mentaler Prozesse sind nur in Form von Interaktionen verschiedener und größtenteils nicht bekannter Hirnareale zu verstehen

Bedeutung statistischer Signifikanz wird oft überschätzt. Mit großer Zahl von Messungen lassen sich auch kleine und inhaltlich uninteressante Unterschiede signifikant kriegen

Was ist der Unterschied zwischen einer Psychose und einer Neurose?

Qualitativer Unterschied.
Neurotische Störungen hat in einer mehr oder weniger schweren Form jeder mal.
Psychosen hingegen sind schwerwiegender und ihre Symptome sind für Nichtpsychotiker nicht nachvollziehbar (Halluzinationen, schwere Störungen des Gedankenverlaufs).
Ein Unterschied dürfte auch in der Krankheitsursache vorliegen. Bei Psychosen muss man eine biochemische Ursache annehmen, bei Neurosen nicht .

Was sind Symptome der Schizophrenie?
Welche Entdeckung machte man, die darauf hinweist, dass bei der Schizophrenie ein biochemisches Ungleichgewicht vorliegt?

Mentale Funktionsstörungen im Bereich der Wahrnehmung (Halluzination) und des Denkens (irrationale und unzusammenhängende Gedanken).
1% der Weltbevölkerung ist betroffen.
Krankheit scheint bis zu einem gewissen Grad erblich zu sein

Man stellte fest, dass Stoffe, die Dopaminrezeptoren im Gehirn besetzen und die Wirkung des Dopamin stören, eine lindernde Wirkung auf schizophrene Symptome haben, indem sie die Dopaminrezeptoren besetzen.

Warum spricht man eher von einer Dopaminhypothese als von einer Theorie?

Man geht davon aus, dass die dopaminergen Bahnen übermäßig aktiv sind. Die Hyperaktivität geht aber nicht auf erhöhte Dopaminkonzentration zurück, sondern vermutlich auf eine erhöhte Sensitivität des Gehirns für Dopamin (zuviele Dopaminrezeptoren).
Es ist noch nicht geklärt, ob der Effekt auf die Hemmung der Dopaminrezeptoren oder auf andere, noch unbekannte Effekte zurückzuführen ist.
Außerdem kann man noch nicht erklären, wie die Verbindung zwischen den abnormen Veränderungen im Dopaminhaushalt und den schizophrenen Symptomen aussehen könnte.

Nenne Standpunkte der Kontroverse um biologische vs. psychologische Verursachung der Schizophrenie.

Der biologische Standpunkt ist in der Dopaminhypothese ausgedrückt.
Psychoanalytische Erklärungsversuche gehen davon aus, dass es einen für das Ich unlösbaren Konflikt zwischen Es und Überich gibt, das Ich ist desintegriert und entwickelt somit psychotische Symptome.
Nach heutigem Standpunkt scheint die biochemische Erklärung valider zu sein.

Was sind Symptome einer Depression?

Symptome affektiven Bereich: Traurigkeit, Passivität, Sich-Schlecht-Fühlen,....
Diese depressiven Verstimmungen kennt fast jeder, aber bei einer Depression sind sie andauernd, weit ausgeprägter und ohne erkennbaren Grund.10 % der Männer und 20 % der Frauen erleben einmal im Leben eine Depression.
Die Krankheit scheint auch genetisch bedingt, stärker als Schizophrenie.

Was ist eine bipolare Affektpsychose?

Man nennt die Patienten auch manisch-depressiv.
Zwischen den depressiven Phasen treten euphorische Phasen auf.
Kommt nur ungefähr 1% mal vor.
Verabreichung von Lithiumcarbonat ist hilfreich, obwohl man nicht weiß, wie dieser Stoff wirkt. Medikament wird in der manischen Phase gegeben, wodurch sich der Patient beruhigt und die sonst nachfolgende depressive Phase vermieden wird.
Die biochemische Wirkung des Medikaments setzt bereits Minuten nach Verabreichung ein, der therapeutische Effekt tritt aber erst nach 1-2 Wochen ein.

Was könnte eine biochemische Ursache der Depression sein? (nicht der manischen Depression)

Imipramin, das Erhöhung von Noradrenalin und Serotonin bewirkt, legt nahe, dass Depression durch zu geringe Mengen dieser beiden verursacht wird.
Allerdings konnte nicht nachgewiesen werden, dass die Transmitter bei Depressiven in geringer Konzentration vorliegen.
Die biochemische Wirkung setzt Minuten nach Verabreichung ein, der therapeutische Effekt tritt erst nach 1-2 Wochen ein.
Es ist unbekannt wie die biochemischen Veränderungen Einfluss auf die psychischen Symptome nehmen.
Monoaminoxidase (MAO) sorgt für Abbau des Serotonins im synaptischen Spalt. Durch MAO-Hemmer bleibt die Konzentration erhöht.

Auch wenn keine psychologische Ursache zu erkennen ist, sind die Patienten psychologisch beeinflussbar. Es ist jedoch auch hier weinig wahrscheinlich, dass eine psychotherapeutische Intervention die Ursache der Erkrankung zu beeinflussen vermag.

Wie lauten die Grundideen der Vererbung psychischer Eigenschaften?

  • Darwin & natürliche Selektion: Emotionsausdruck. Angriffverhalten ist adaptiv à also wird es vererbt
  • Sozialer Darwinismus als Rechtfertigung für Kolonialisation und soziale Mißstände
  • Lombroso nahm an, daß es charakteristische körperliche Merkmale gibt, die Auskunft über Eigenschaften geben
  • Craniologie: Intelligenz korreliert mit Gehirngröße. Daten wurden gefälscht, um Weiße gut dastehen zu lassen
  • Broca (1862): Verfechter der Craniologie => Berühmte ließen sich nach Tod vermessen -> keine Korrelation
  • Binet fing an, Intelligenz mit Test zu messen, nahm nicht an, daß sie eine unimodale Eigenschaft ist. Seiner Meinung nach kann Intelligenz trainiert werden.

Wie kann die Idee begründet werden, das Intelligenz vererbt wird?

Phylogenetisch gibt es große Unterschiede in der relativen Größe des Gehirns, zwischen den Arten. Relative Größe des Gehirns korreliert mit Problemlösungsverhalten und Lernkapazität.

Wie wird versucht, das Maß, in dem psychische Funktionen erblich, sind zu bestimmten?
Nenne zweiWissenschaftszweige.

Mit den Methoden der quantitativen Genetik wird versucht, einen Erblichkeitskoeffizienten zu besummen. Dies geschieht über die Messung der Ähnlichkeit zwischen Verwandten unterschiedlichen Grades.

Eine zweite Methode ist in der Soziobiologie zu finden. Sie beschäftigt sich mit Überlegungen, die einen Selektionsvorteil eines Merkmals im Sinne der Evolutionstheorie nahe legen.Erblichkeitsberechnungen

Wie lautet die Fundamentalformel der Quantitativen Genetik?

Quantitative Merkmale sind bei verschiedenen Individuen verschieden ausgeprägt
=> Streuungsmaß ist die Varianz.

Phänotyp: Ausprägung eines Merkmals. Phänotypische Varianz setzt sich additiv zusammen aus dem Anteil ...

  • ... der Variabilität, die auf Gene zurückzuführen ist
  • ... der Variabilität, die auf Umwelteinfluß zurückzuführen ist
  • ... der Interaktion dieser beiden Faktoren