J. Mazur: Lernen und Gedächtnis

Klassisches Konditionieren

Konditionierte emotionale Reaktion: Unterdrückung des normalen Verhalten aus Angst.
Pawlows Substitutionstheorie: CS wird durch wiederholte Kombination mit US ein Ersatz für den US. so daß die ursprünglich nur vom US ausgelöste Reaktion auch vom CS ausgelöst wird.

  • Intensität von CR und UR können differieren
  • Nicht alle Bestandteile der UR werden Bestandteil der CR
  • Die CR kann Reaktionen umfassen, die nicht zu UR gehören
  • Die CR ist manchmal das gegenteil der UR (oder teilweise)

US-Zentrum: wird aktiv, wenn US auftritt.
CS-Zentrum: wird aktiv, wenn CS auftritt
Reaktionszentrum: Für jede UR zuständig.
S-R-Assoziation: Assoziation zwischen CS-Zentrum und Reaktionszentrum. Verläuft diese direkt vom CS-Zentrum zum Reaktionszentrum (C-R-Verbindung) oder indirekt über das US-Zentrum (S-S-Verbindung)?
S-S-Verbindung: Das Auftreten einer CR hängt von der gleichbleibenden Stärke der erlernten Assoziation zwischen CS-Zentrum und US-Zentrum ab, und auch von der angeborenen Assoziation zwischen US-Zentrum und Reaktionszentrum. Konditioniertes Unterdrückungsverfahren: Zu jedem CS, der mit lautem Geräusch kombiniert wurde, kann eine konditionierte Unterdrückung des hebeldrückens entstehen. Die Ratte gewöhnt sich aber an das Geräusch.

Gruppe Phase 1 Phase 2 Test
Habituation Licht + Geräusch Geräusch (Habituation) Licht
Kontrolle Licht + Geräusch nichts Licht

Die Ratten in der Kontrollgruppe zeigten ein hohes Maß an Unterdrückung in der Testphase, die Habituationsgruppe weniger. Die Stärke der CR hängt also von der anhaltenden Störkeder US-Reaktions-Assoziation ab.
Spontanerholung: Am Beginn des nächsten Tages wird das verhalten zunächst wieder stärker gezeigt. Beleg dafür, daß die Assoziation nicht dauerhaft gelöscht wird.
Inhibitionstheorie: Gegen Ende der Extinktion bestehen zwei gegenläufige Assiziationen, eine exzitatorische und eine inhibitorische.
Disinhibition: Nach abgeschlossener Extinktion kann ein neuer Reiz vor dem ursprünglichen CS doch noch eine CR hervorrufen. (Ablenkung)
Konditionierte Inhibition: Ein CS verhindert oder reduziert das Auftreten einer CR. Metronom + Futter werden dargeboten. Dann kommen Metronom + Licht - Durchgänge hinzu, aber ohne Futter. Hund lernt, daß bei Licht kein Futter kommt, das Licht ist konditionierter Inhibitor.
Summationstest: Es kommt ein dritter Reit hinzu, ein taktiler am Bein. Der wird zum exzitatorischen CS, löst Speichelfluß aus. Dann hemmt das Licht auch hier.

Zeitliches Verhältnis zwischen CS und US:

  • Simultane Kontitionierung: CS und US beginnen und enden gleichzeitig (schwacher Erfolg)
  • Spurenkonditionierung (durch ein Zeitintervall voneinander getrennt)
  • Konditionierung mit kurzer und langer Verzögerung
  • Rückwärtsgerichtete Konditionierung

Korrelationen: Wenn die Wahrscheinlichkeit, daß auf einen CS ein US folgt größer ist als das gegenteil, folgt die CR.
Konditionierung zweiter Ordnung: Eine CR wird von einem CS auf einen anderen übertragen.

Blockierungseffekt:

Gruppe Phase 1 Phase 2 Test Ergebnis
Blockierung Licht + Futter Licht + Ton + Futter Ton Ton löst keine Reaktion aus
Kontrolle nichts Licht + Ton + Futter Ton Ton löst Reaktion aus

 

Rescorla-Wagner-Modell


: Veränderung der Stärke eines CS
A: Stärke des US
V: konditionierte Stärke des CS (positiv bei exzitatorischem, negativ bei inhibitorischem CS)
S: Auffälligkeit eines CS
Klammer: Unterschied zwischen der Stärke des US und der Gesamtstärke der Erwartung


Operantes Konditionieren

Thorndikes Problemkäfig: Die Tiere mußten einen Trick herausfinden, um den Käfig zu öffnen. Zeit wurde gemessen. (Latenz des Entkommens)
Mechanischer Stärkungsprozess: Wenn jedes Verhalten in bestimmten Abständen verstärkt wird, zeigen die Tiere trotzdem irgendwann eine stereotype Methode.
Abergläubisches Verhalten: Zufällige Verstärkung führt zu Wiederholungen von Verhaltenssequenzen, von denen das Tier glaubt, daß sie verstärkt wurden.
Shaping: Man verstärkt ein Verhalten, das immer weiter in eine Richtung geht (wie bei der Dressur)
Prozent-Verstärkungspläne: Nur die Reaktionen werden verstärkt, die um ..% besser sind als die letzte.
Skinner: Freies operantes Verfahren: Hebeldrücken. Ist besser zählbar und geht schneller als einzelne Durchgänge. Die Reaktionsrate wird gemessen.
Verhaltensketten: Erst nach einer bestimmten Verhaltenskette wird verstärkt.
Instinctive Drift: Wenn man ein Verhalten andressiert hat, zeigt das Tier irgendwann natürliche Verhaltensweisen. (Ein Schwein verscharrt eine Münze statt sie in einen Schlitz zu stecken.)
Autoshaping: Obwohl es gar nicht nötig war, pickten Tauben irgendwann auf eine beleuchtete Taste. Dies passierte allerdings spontan und nicht allmählich, daher handelt es sich nicht um abergläubisches Verhalten. Das Picken ist eher eine UR auf den US "Körner". So wird dieses Verhalten auf die leuchtende Taste (CS) übertragen.

Verstärkungspläne:
Feste Quote: Nach jeder n-ten reaktion folgt eine Verstärkung. Tier reagiert mit gleich bleibender hoher Geschwindigkeit. Nachverstärkungspause nimmt mit Erhöhung der Quote zu.
Variable Quote: Nach jeder durchschnittlichen n-ten reaktion folgt eine Verstärkung. Nachverstärkungspausen fehlen.
Festes Intervall: Die erste Reaktion, die nach einem festgelegten Zeitintervall gezeigt wird, wird verstärkt. FI-Bogen: Hohe Reaktionsrate um den Zeitpunkt herum.
Variables Intervall: Wie FI-Plan, aber das Intervall variiert unvorhersagbar. Stetige mittlere Reaktionsrate.