tl_files/Psychologie/Allg-1/auge-gelb.jpgLicht fällt durch die Pupille und durch die Linse auf die Netzhaut (Retina).
Dort trifft es zuerst auf die Ganglienzellen, dann auf Zwischenneurone, dann auf die Zapfen oder Stäbchen.
Im Bereich der Fovea ist die Dichte der Rezeptoren am höchsten, dort sieht man am besten (Fixationspunkt).
An der Stelle, wo der Sehnerv aus dem Auge austritt, ist der blinde Fleck.
Da in der Peripherie immer mehrere Rezeptoren auf eine Ganglienzelle konvergieren (große rezeptive Felder) und die Rezeptoren in der Fovea dichter und weniger verschaltet sind (kleine rezeptive Felder), resultiert daraus eine höhere foveale Sehschärfe.

 

tl_files/Psychologie/Allg-1/retina.jpgDie Zapfen reagieren auf Farben, brauchen aber viel Licht.
Die Stäbchen brauchen weniger Licht, können aber keine Farben unterscheiden.
Die Axone der Ganglienzellen treten aus dem Auge aus und bilden den Sehnerv.
Die magno-Ganglienzellen haben große rezeptive Felder und reagieren schnell auf farblose Reize.
Die parvo-Ganglienzellen haben kleine rezeptive Felder und reagieren langsam auf farbige Reize.

 

 

 

 tl_files/Psychologie/Allg-1/chiasma1.jpgDer Sehnerv führt zum Chiasma opticum.
Dort überkreuzen die beiden Sehnerven sich teilweise: Die Hälfte der Fasern, die von den linken Gesichtshälften beider Augen kommt, läuft in die rechte Hemisphäre. Die rechte Hälfte in die linke Hemisphäre.

So wird die rechte Gesichtshälfte beider Augen in der linken Hemisphäre und die linke Gesichtshälfte in der rechten Hemisphäre abgebildet.

Ab hier: Sehtrakt, nicht mehr Sehnerv.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

tl_files/Psychologie/Allg-1/corpus-geniculatum.jpgWeiter führt der Sehtrakt zum Corpus geniculatum laterale (CGL). Den gibt es in der linken und rechten Hemisphäre, und er befindet sich im bzw. unter dem Thalamus.
Er ist in 6 Schichten unterteilt:
Die Schichten 2, 3 und 5 erhalten Informationen vom ipsilateralen Auge, die Schichten 1, 4 und 6 von kontralateralen Auge.
Die Schichten 1 und 2 erhalten Informationen von der magnozellulären Bahn (Bewegungswahrnehmung), die Schichten 3, 4, 5 und 6 von derparvozellulären Bahn (Warnehmung von Farbe, Texturen, räumlicher Tiefe).

 

 

 

 

 

 

 

tl_files/Psychologie/Allg-1/occipital.jpgVom CGL geht es zum primären visuellen Cortex (V1) im Okzipitallappen. Der visuelle Cortex ist wie der CGL in 6 Schichten unterteilt.
Die Schicht 4 ist nochmal unterteilt in die Schichten 4A, 4B, 4Ca und 4Cb.
Die magnozellulären CGL-Schichten projezieren in die Schicht 4Ca, die schickt Fasern zur Schicht 4B.
Die parvozellulären CGL-Schichten projezieren in die Schicht 4Cb, die schickt Fasern in die Schichten 2 und 3.
In den Schichten 2 und 3 gibt es die komplexen Zellen (reagieren auf Lichtstreifen, die sich in eine bestimmte Richtung bewegen).

 

tl_files/Psychologie/Allg-1/v1.jpgDer primäre visuellen Cortex (V1) ist unterteilt in Hypersäulen, die sich vom äußeren Rand bis zur weißen Masse senkrecht hinunterziehen:
Orientierungssäulen: Innerhalb einer Säule bevorzugen alle Zellen die gleiche Reizrichtung.
Positionssäulen: Innerhalb einer Säule haben alle Zellen dieselben rezeptiven Felder, beziehen sich auf den gleichen Ort auf der Netzhaut.
Augendominanzsäulen: Es gibt also auch Säulen, die nur Zellen enthalten, die das rechte Auge bzw. das linke Auge bevorzugen.

Merkmalsdetektoren: Einfache Zellen: Reagieren auf Lichtstreifen mit einer bestimmten Ausrichtung.
Komplexe Zellen: Reagieren auf solche Lichtstreifen, aber nur, wenn sie sich in einer bestimmten Richtung durch das Gesichtsfeld bewegen.
Hyperkomplexe Zellen: Reagieren auf Streifen bestimmter Länge oder Ecken und Winkel.

 

tl_files/Psychologie/Allg-1/ventral-dorsal.jpgNun laufen die Informationen in die Areale V2 bis V5.
Dorsaler Verarbeitungspfad: Der magnozelluläre Informationsfluß verläuft über die Areale V1, V2 und V3 in den mediotemporalen Cortex (Bewegungswahrnehmung) und von dort aus in den parietalen Cortex.
(WO-Pfad, Objektlokalisation, Handlungskontrolle)
Im Areal V5 verarbeitet der dorsale Pfad bewegte Objekte und für die eigene Handlung relevante visuelle Informationen.


Ventraler Verarbeitungspfad: Der parvozelluläre Informationsfluß verläuft über die Areale V1, V2 und V4 in den inferotemporalen Cortex.
(WAS-Pfad, Objekterkennung)
Die Neuronen im inferotemporalen Cortex reagieren besonders auf komplexe visuelle Reize (Hände, Gesichter), aber auch Farbe (bes. V4) wird vorrangig im ventralen Pfad verarbeitet.