Tipps zum Thema:

Ortschronik Tergast: Berichte von Zeitzeugen des Kriegsendes bei Leer.

Franz Riehemann: Auf seiner Internetseite zeigt er die bisherigen Ergebnisse seiner Ahnenforschung. Wir haben unsere Stammbäume bisher noch nicht zusammenfügen können; ich bin aber sicher, dass das irgendwann noch einmal klappen wird.

Ernst Neuhauser: Eine kurze Biografie des Briefverfassers.

Buchtipp:

Das Kriegsende 1945 in Leer. Dieter Simon. Verlag Schuster - Leer, 1995.

Das Kriegsende zwischen Ems und Weser 1945. Günter Wegmann, Osnabrück, 1983

Zwei Monate nach seinem 18. Geburtstag wurde er im April 1945 in den Emsbrückenkopf Leer eingeteilt.
Er war Funker bzw. Matrose IV Fk in der 4./18. Marineersatzabteilung.

Sein Kamerad Ernst Neuhauser schrieb in seinem Brief:

"Am 23.4. kam der Tommy vormittags von Weener her, um 23 Uhr nachts waren sie bis ins Dorf vorgedrungen. Wir mussten zurück und versuchten, ans andere Ufer der Ems zu kommen. Jupp als MG-Schütze 1 hatte Glück und kam bei dem einzigen Boot mit. Wir mussten auf Brettern schwimmend rüber. Im Morgengrauen (24.4.) lagen wir wieder im Loch."

Am 24. April begann der kanadische Angriff auf Leer. Volkssturm aus Feerstenborgum und Bingumgaste waren auf dem Rückmarsch von Soltborg, wo sie Panzersperren errichtet hatten.
Der Widerstand von 140 jungen deutschen Matrosen im Brückenkopf bei Esklum wurde von den Kanadiern am 26. April 1945 überwunden.

"Das ging bis zum 27.4., dauerndes Feuer machte uns fertig. Da kam Jupp und wollte stiften gehen nach hause." Er wurde nach 5 Stunden geschnappt und kam in einen anderen Zug. So verlor sein Freund Ernst ihn aus den Augen, hörte aber durch einen Kameraden:
Am nächsten Tag (28.4.): "Kurz bevor der Angriff begann, bekam Jupp einen Treffer neben das Loch und Splitter in den Rücken." Als ihm zwei Kameraden helfen wollten, wurden sie gefangengenommen. Was mit Josef geschah, ist nicht bekannt.

In Wikipedia steht:

"Während Emden nach schweren Bombenangriffen in Schutt und Asche lag, wurde Leer erst im April 1945 beschädigt. Nach der Sprengung der Brücken über Ems und Leda am 24. April fielen den folgenden Angriffen über 200 Wohnhäuser und einige Firmengebäude zum Opfer. Hatten die sechs Kriegsjahre zuvor durch die vereinzelten Angriffe etwa 300 Tote gefordert, fielen durch diese sinnlose Verteidigungsschlacht in den letzten Kriegstagen etwa 400 Leeraner. Kanadische Truppen nahmen die Stadt am 28. und 29. April ein. Die Stadt wurde drei Tage von alliierten Soldaten und Einheimischen geplündert."

Hier noch die erste Seite des Briefes von seinem Kameraden Ernst Neuhauser.

Zwei Fotos aus Bingumgaste:

Ich habe mich sehr über die vielen Informationen gefreut, die ich im Forum der Wehrmacht, im Forum des Panzer-Archivs und bei der Militär-Mailingliste von www.genealogy.net bekommen habe.