Tipps zum Thema:

 

Friedhöfe in Ohio: mit ausführlichen Namenslisten - viele Einwanderer aus dem Osnabrücker Raum!

Hamilton Genealogy Society: Genealogischer Verein in Hamilton. Auf der Internetseite gibt es umfangreiche Datenbanken.

Buchtipps:

Melle(r) in der Neuen Welt.
Ein Brückenschlag aus dem Osnabrücker Land in die USA und zurück. Von Jürgen Krämer.

Bernd Kessens: Rabenfluch.
Der erste Roman der Trilogie über das Leben der Bauern im frühen 19. Jahrhundert. Mir erschien das Buch sehr fundiert, und außerdem ist es wirklich toll zu lesen!

Bernd Kessens: Freiheit und gebratener Speck.
Der zweite Roman aus der Reihe. Der Protagonist wandert 1825 nach Amerika aus. Genauso interessant und spannend wie das erste Buch.

Bernd Kessens: Ein Stück Land.
Der dritte Roman. Ich habe ihn noch nicht gelesen, er wird aber ähnlich gut sein.

Lichers
Im Auswandererhaus in Bremerhaven

Casper Heinrich Licher

Sycamore, Hamilton, Ohio 

Geboren am 15.10.1821 in Wellingholzhausen.

Er kam am 26. Oktober 1842 an Bord der "New York" in New York  (Castle Garden) an. In der Passagierliste ist er als Casper Lecher geführt. Er ging in Bremen auf das Schiff.

Bei der Hamilton County Genealogy Society kann man in der Datenbank drei Ehen von Caspar Licher finden: mit M. Elisabeth Schmits (1840 - 1879), mit Catharin Brinkmeyer (1840 - 1879) und mit Anna Maria Reichard (1870 - 1879).

Bei der Volkszählung 1900 taucht er in Sycamore, Hamilton, Ohio mit seiner Familie auf: seine Frau Anna (geboren 1826 in Deutschland), es könnte sich um Anna Maria Reichard handeln, die vielleicht seine zweite oder dritte Frau war.

Genannt sind bei der Volkszählung auch drei Kinder: John (geboren 1862), Kate (geboren 1864) und Carie (geboren 1866).
Seine Tochter Carie hat 1897 Herman Eiling geheiratet. Sie wohnten 1900 in Reading Village, Hamilton, Ohio.

 

Weg von New York über die Apallachen nach Sycamore, Ohio
Weg von New York über die Apallachen nach Sycamore, Ohio

Erfahrungen deutscher Auswanderer in Ohio

Wilhelm S. ist im Jahr 1833 nach Ohio ausgewandert und schreibt an seine Familie zuhause:

"Hier laufen genug herum, die hier schon 6 bis 8 Jahre gewesen sind, und haben noch keine 5 Taler in den Händen. Was sie im Sommer verdienen, verzehren sie im Winter." Es sprach sich schnell herum, dass in New Orleans am meisten Geld zu verdienen sei, und Handwerker waren sehr viel besser dran als reine Farmer. Am schwerwiegensten beschrieb Stille das Problem, dass "man die Sprache nicht kann." Überhaupt sind die Amerikaner "Stark und geschwind, die können in einem Tag mehr tun als die Deutschen."

Er rät den Auswanderern, zwei Schinken und Buchweizen für die Reise mitzunehmen, die Überfahrt dauerte ja ungefähr 6 Wochen oder länger. Auch Leinwand sollten sie mitnehmen, denn die sei in Amerika dreimal teurer als in Deutschland.

In einem anderen Brief an die Heimat schreibt jemand an seine Eltern, dass er insgesamt 18 Wochen auf Reisen gewesen sei, bis er in der neuen Heimat ankam. Die Reise von zuhause bis nach Bremerhaven war ja auch sehr lang un beschwerlich. Unter Umständen musste man dann noch lange auf sein Schiff warten, viele haben monatelang in Bremerhaven gelebt und gearbeitet.

(Quelle: F.E. Hunsche: Auswanderungen aus dem Kreis Steinfurt. Emsdetten, 1983)