Tipps zum Thema:

Allgemein:

Dienstelle für die Benachrichtigung von Angehörigen von Gefallenen des 2. WK (WASt): Hier kann man eine Anfrage hinschicken und Daten über den Werdegang eines Vorfahren im 2. Weltkrieg erfahren.

Lexikon der Wehrmacht: Die wohl umfangreichste Seite über den zweiten Weltkrieg. Wenn man vom WASt die Daten bekommen hat, wird man hier fündig.

Panzer-Archiv: Klingt etwas schräg, ist aber ein sehr hilfreiches Forum zum Thema.

Orders, Decorations & Medals: Hier kann man unter Umständen nachsehen, welche Orden usw. der Opa hatte wenn man ein altes Foto hat, auf dem sie zu erkennen sind.

Deutschland 14-18: Noch eine Seite über den ersten Weltkrieg.

Kaiser's Bunker: Ein Dackelfan, der wohl auch alte Uniformen und Zubehör sammelt. Auch hier kann man vielleicht den Helm des Uropas wiederfinden und zuordnen.

Forum 14-18: Und noch eine seite über den ersten Weltkrieg.

Postkarten aus dem 1. Weltkrieg: Eine große Sammlung, über 300 Karten mit Vor- und Rückseiten.

Berliner Preussisches Bücherkabinett: Neue und alte Bücher über Militärgeschichte usw.

 

Westen:

Vogesenkämpfe 1914-1918: Sehr ausführliche Seite

7grad.org: Seite über die Westwall-Bunker in Goch im Gelderland

 

Osten:

Wolchow-Fotos: von verschiedenen Soldaten - eine russische Seite mit unzähligen Wolchow-Fotos.

Kirischi-Buch: Einige Bilder vom Kirischi-Brückenkopf am Wolchow.

Bildersammlung zum Wolchow: im Forum der Wehrmacht, viele private Fotos und Geschichten.

Karten der Ostfront: Zahlreiche Karten und Front-Pläne auf einer russischen Seite.

Karten der Ostfront 2: Noch mehr Kartenmaterial - in russisch.

Datensammlung zum Wolchow: im Forum der Wehrmacht.

Wolchowstock: Einige Soldaten, die dort stationiert waren, haben in ihrer Freizeit Wanderstöcke geschnitzt.

126. ID: Diese Division war auch (wie die 254. ID) in Demjansk eingesetzt.

Noch mehr Karten: der Ostfront.

Buchtipps:

Werner Haupt: Die deutschen Infanterie-Divisionen

Alex Buchner: Das Handbuch der deutschen Infanterie 1939 - 1945: Gliederung, Uniformen, Bewaffnung, Ausrüstung, Einsätze

Heinz Bosch: Der zweite Weltkrieg zwischen Rhein und Maas

Werner Haupt: Demjansk 1942 - Ein Bollwerk im Osten

Leopold Vrba: Krieg am Ladoga-See

Hasso G. Stachow: Tragödie an der Newa. Der Kampf um Leningrad 1941 - 1944. Ein Augenzeugenbericht

DVD: Die Schlacht am Wolchow. Dokumentation über eine der blutigsten Schlachten des Russlandfeldzuges. Polarfilm

DVD: Im Kessel von Demjansk. Die Geschichte einer Abwehrschlacht an der Ostfront. Polarfilm.


Mein Opa im Krieg

Da ich ihn früher nicht darüber ausgefragt habe und er auch nicht gern darüber erzählt hat, habe ich nun versucht herauszufinden, was mein Opa wohl im Krieg erlebt haben mag. Ich zeige nun hier eine Übersicht meiner Ergebnisse, damit eventuell Kinder oder Enkel von anderen, die in den unten erwähnten Orten waren oder vielleicht sogar in einem hier erwähnten Truppenteil, sich melden, denn ich würde mich gern darüber austauschen.

Immerhin waren es viele wichtige Jahre seines Lebens, die er mit dem Krieg zubringen musste, statt in einem schönen Beruf zu arbeiten und eine Familie zu gründen.

Er war nämlich Bäcker und hat seine Ausbildung 1930 - 1933 bei Deifert in Ennigerloh gemacht.

Immerhin hatte er das große Glück, aus dem Krieg wieder heimkehren zu können...

Arbeitsdienst in Bentheim

Vom 3. Februar - 31. August 1934 musste er zum Arbeitsdienst nach Bentheim (Arbeitsmann, Lager, Gruppe Nr.194, Abteilung 3). Diese Arbeitskolonnen halfen beim Trockenlegen von Mooren, Erschließung neuer Äcker oder beim Bau der Autobahnen. Die Bezahlung war sehr gering, es handelte sich um einen "Dienst am deutschen Volke". Gleichzeitig bekamen die jungen Männer (19-20 Jahre) die nationalsozialistische Gesinnung eingetrichtert.

Bevor er zum Kriegsdienst eingezogen wurde, hat er noch zwei Jahre in Osnabrück / Pye in der Bäckerei Feldkamp gearbeitet.

Ausbildung in Amberg

Dann musste er nach Amberg zur Ausbildung zum Soldaten. Dort war er im 1. Batterie - Artillerie-Regiment 46. Über diese Zeit habe ich nicht viel erfahren können. Dort waren wohl auch Franzosen, mit denen er sich angefreundet hat. Sie haben ihre Uniformen getauscht, es gibt ein Foto von meinem Opa in französischer Uniform.

Wenn sich jemand findet, der mir mehr über Amberg berichten kann, würde ich mich freuen.In welcher Kaserne war er wohl?

6. Batterie Artillerie-Regiment 254 (254. Infanterie-Division)

Ab September 1939 (da war er 25 Jahre alt) gehörte er dann zum 6. Batterie Artillerie-Regiment 254, und das gehörte zur 254. Infanterie-Division (Heeresgruppe C). Diese Division wurde nach Kriegsausbruch als Reserve der 5. Armee in die Eifel transportiert. Bis zum Westfeldzug lag sie im Raum Kempen / Goch am Niederrhein.

In der Eifel

Heinz Bosch: Der 2. WK zw. Rhein & Maas:
"Ende August erfolgte die Einberufung zur Wehrmacht. Am Sonntag, dem 27. August kamen die ersten Soldaten in Geldern am Bahnhof an. Die Soldaten sollten zunächst einfach nur die Westgrenze sichern, da man nicht damit rechnete, dass es hier zu Kampfhandlungen kommen würde.
Am frühen Morgen des 3. September 1939 traf die 254. Infanterie-Division mit der Eisenbahn in Goch ein. Die Soldaten fanden in Goch, Kleve und Geldern Unterkunft. Die Division musste zunächst möglichst schnell Stäbe und motorisierte Teile an die Grenze bringen, um die Abwehrbereitschaft zwischen Kleve und Geldern zu signalisieren.
Drei Regimenter hielten hier einen ganzen Korps-Abschnitt besetzt. Durch diese schwache Besetzung, und da die Soldaten schlecht ausgebildet waren, wäre ein wirkungsvoller Widerstand bei einem Angriff nicht möglich gewesen. Am 6. September rückte die 254. Division an die französische und belgische Grenze ab."

Historische Zeitschrift für die Stadt Goch und Umgebung: An Niers und Kendel, Heft Nr. 36:
"Die berittenen Soldaten der 254. Division kamen in Goch in der Frauenstraße in den Scheunen bei Hooiman und am Arnold-Janssen-Haus unter. Fast alle waren Bauernsöhne aus dem Münsterland."

Heinz Bosch: Der 2. WK zw. Rhein & Maas:
Der 12. November sollte der Angriffstag für die Westoffensive sein. Die 56. Division lag im Zentrum des Korpsbereiches, nach Norden schloss sich die 254. Division südlich von Weeze an, während die 30. Division südlich der Linie Wachtendonk - Wankum - Herongen eingesetzt war.
Der Übergang über die Maas sollte zwischen Grubbenvorst und Lottum für die 56. Division erfolgen, und die 30. Division hatte den Angriff bei Steyl über die Maas zu tragen. Die 254. Division blieb in Reserve.
Der Angriffstag wurde verschoben und die Truppen umorganisiert. Die 254. Division, die eigentlich als Reserveband eingeteilt war, sollte nun die Peel-Stellung durchbrechen.
Im Dezember regnete es stark, und der Rhein, die Maas und die Niers hatten Hochwasser, so dass teilweise die Stellungen unter Wasser standen.
Da der Angriffstag immer wieder an die Holländer oder Belgier verraten wurde, wurde er immer wieder verschoben. Strengste Geheimhaltung wurde angeordnet, was Verbote zur Folge hatte, wie z.B. auffälliges Herausholen der Soldaten aus Gastwirtschaften, öffentliches Abschiednehmen von den Quartiersleuten, auffälliges Beladen von Fahrzeugen usw.
Die 254 Division verschob ihre Stellung etwas nach Norden, in den nun freigewordenen Raum um Weeze kam die 256. Division. Die Soldaten warteten weite auf den Angrifftag und wurden in der Zeit weiter ausgebildet. Bis in den Februar hinein war es sehr alt, teilweise bis zu -21 Grad.

Historische Zeitschrift für die Stadt Goch und Umgebung: An Niers und Kendel, Heft Nr. 36:
Ende Januar 1940 setze infolge einer erweiterten Angriffsbreite eine Umgruppierung der Truppenverände ein. ... Die 254. Infanterie-Division verschob ihre Position in den Norden des Kreises Kleve. Damit verließen uns die uns liebgewonnenen Westfalen.

Nijmegen

10. Mai 1940: Im Rahmen der Westoffensive marschierte die 18. Armee in die Niederlande ein. Schon am ersten Tag erreichte sie mit Panzerverbänden die Ijsselmeer-Stellung und die Peel-Stellung im Süden der Niederlande und am 12. Mai mit der 9. Panzerdivision Moerdijk und schnitt so Holland auf dem Landweg ab.
Sie marschierte bis zum Norden Nijmegens vor und griff von Norden und von Süden das Dorf Cuijk an, das 10km südlich von Nijmegen liegt. Sie nahmen die zwei Brücken von Nijmegen ein.
Die Holländer versuchten, sich duch eine Reihe von Bunkern mit Schießscharten zu schützen. Die Deutschen benutzten holländische Kriegsgefangene als "Schutzschild" gegen die feindlichen Angriffe.

Werner Haupt: Die deutschen Infanteriedivisionen:
Die 254. Infanteriedivision ging in Nijmegen über die Maas und übernahm den Flankenschutz nach Süden für die 18. Armee. Danach stand sie, die Lys überwindend, zwischen Courtrai und Ypern für die nach Dünkirchen vorstoßenden Verbände als Flankenschutz.

Juni 1940: Reserve, 18. Armee, Küstenschutz bei Dunkerque (Dünkirchen)

Die deutsche Artillerie hatte die schweren Geschütze bei Gravelingen und Nieuport erobert und belegte von dort aus die Hafeneinfahrt und die An- und Abfahrtsrouten mit Störfeuer. Auch der Hafen und die Stadt selbst lagen unter Artilleriefeuer. Französische und englische Truppen zogen sich auf die letzte Verteidigungslinie zurück. Der Großteil dieser Nachhut geriet in deutsche Kriegsgefangenschaft. Am 4. Juni wurde Dünkirchen erobert.

Paris, Lille, Rouen, Boulogne

14. Juni: Die 18. Armee marschiert kampflos in Paris ein. Küchler nimmt auf der Prachtstraße Champs-Eliysées die Siegesparade ab.

Juli 1940: die 254. Infanteriedivision kam zum VII. Korps, 16. Armee, Heeresgruppe A, nach Lille. Lille wurde im Mai eingenommen, jetzt war hier die 254. ID als Besatzungseinheit eingesetzt.

September 1940 - April 1941: die 254. Infanteriedivision kam zum XXXVIII Korps, 9. Armee, Heeresgruppe A, Rouen (Besatzungseinheit).
Rouen wurde seit dem 9. Juni 1940 von Deutschland besetzt. In dieser Zeit fanden schwere Bombardierungen statt, die vor allem die Seine-Brücken und den Güterbahnhof zum Ziel hatten. Außerdem war zu der Zeit in Rouen gerade Hochwasser, wodurch die Truppen nur schwer verschoben werden konnten.

Ostpreußen & Litauen

Mai 1941: I. Korps, 18. Armee, Heeresgruppe C, Ostpreußen
Juni 1941: XXXVIII. Korps, 18. Armee, Heeresgruppe Nord, Litauen

Der Einmarsch nach Litauen ging schnell. Am Sonntagmorgen, den 22. Juni, eröffneten 600 Geschütze der Heeresgruppe Nord das Feuer.
Am selben Tag griff die 254. Infanteriedivision über die deutsch-russische Grenze an, marschierte aus dem Raum Eydtkau bis nach Riga. Von hier mußte sie nach Estland abdrehen, wo sie im August an den Kämpfen um Reval teilnahm. Ihre Verbände besetzten dabei die Inseln Aegna und Naissir in der Kundabucht.
Das Wetter war warm, am Mittag waren die motorisierten Einheiten schon weit ins Hinterland vorgedrungen. Die Infanterie (also mein Opa auf dem Pferd) marschierte hinterher. Allerdings gab es hier keine Straßen wie im Westfeldzug, und der Vormarsch war anstrengend. Von der litauischen und lettischen Bevölkerung wurden die Soldaten als "Befreier" freundlich begrüßt. Woher sollten sie es auch besser wissen?

Mein Opa liebte Tiere über alles. Auf vielen Bildern ist er mit Hunden, Pferden oder anderen Tieren zu sehen. Den Spitz, der unten auf dem Foto zu sehen ist, brachte er mit nach Hause.

Riga

Juli 1941: Reserve, 18. Armee, Heeresgruppe Nord, Riga

Die Heeresgruppe Nord stellte bald fest, daß Russland sehr hart für Estland kämpfen würde. Die 254. Infanteriedivision wurde von Võru nach Viljandi geschickt, um dort die 61. Division zu verstärken. Am 22. Juli startete morgens die 18. Armee eine Offensive bei Viljandi, an der auch die 254. ID teilnahm.

Drei Tage später bekam das 26. Armeekorps (dem die 254. ID unterstand) den Befehl, bis zum Finnischen Golf weiter vorzudringen. In der Nacht vom 24. auf den 25. Juli erreichte die 61. Division einen See kurz vor Mustvee, und einen Tag später besetzte die 254. ID diesen Ort.

Reval

August 1941: XXVI. Korps, 18. Armee, Heeresgruppe Nord, Reval

Am 7. August erreichte die 254. Infanteriedivision den Ort Kunda an der Küste. Als sie Reval erreichte, brannte die Stadt bereits und war total zerstört.
Genau wie in Riga wurden die deutschen Truppen in Reval von der Bevölkerung mit Jubel begrüßt. Die Leute hatten wohl noch keine Ahnung, was ihnen bevorstand und wen sie da vor sich hatten.
Es folgten noch einige Kämpfe, und am 20. August erreichte das 26. Armeekorps den Ort Narva und die Grenze zu Russland. Der Marsch dorthin war beschwerlich, es war heiß und staubig.

Auf den unteren Bildern würde mich interessieren, wo diese Gräber stehen. Was ist das für ein Haus im Hintergrund? Und was für ein Flugzeug ist das auf dem Foto?

Leningrad

September 1941: Reserve, 18. Armee, Heeresgruppe Nord, Leningrad

Der weitere Vormarsch brachte die 254. ID bis vor Leningrad. Sie stieß im Dezember 1941 über Wolchowstroj nach Norden vor und stand damit im äußersten Norden der deutschen Front in Russland.
Die motorisierten Verbände waren schon weit vorgefahren, und die Infanterie musste wieder hinterhermarschieren. So legte sie kämpfend in nur elf Tagen 350 km zurück. Inzwischen war es kalt und schlammig geworden.

Anfang September schnitt die Heeresgruppe Nord Leningrad von allen Landverbindungen ab. Am 8. September 1941 hatte die 18. Armee den Vorort Schlüsselburg erobert und damit den Belagerungsring geschlossen. Deutsche Panzer drangen in die südlichen Vororte ein und hatten die goldenen Kuppeln der Stadt schon im Visier. Doch dann erteilte Hitler den Haltebefehl. Die Truppe konnte die Entscheidung nicht nachvollziehen. Was folgte, war die 900-tägige Belagerung Leningrads. 1 Mio Einwohner sind dieser grausamen Blockade zum Opfer gefallen.

Wolchow

Oktober 1941: XXXIX. Korps, 16. Armee, Heeresgruppe Nord, Wolchow. Der Fluss Wolchow war bis zu 600 m breit und mündet in den Ladoga-See. Ihn umgibt eine morastige Uferlandschaft, die ein Vorankommen der Truppen sehr erschwerte. Es war kaum möglich, sich mit schweren Fahrzeugen voranzubewegen, da befestigte Straßen fehlten.

Die deutschen Truppen sollten bis zur Mündung des Wolchow vorstoßen, um das Kraftwerk von Wolchowstroy, das Leningrad mit Strom versorgte, zu zerstören.


Mitte Oktober 1941: Die 254. und 227. ID verteidigten die Ostfront des sogenannten Flaschanhalses. Der kleine Ort Mga, der an einer Bahnlinie lag, war einer der wichtigsten Punkte bei diesen Flaschenhalskämpfen.


November 1941: I. Korps, 16. Armee, Heeresgruppe Nord, Wolchow
9. November 1941: Verleihung Eisernes Kreuz 2. Klasse (Unteroffizier)

Dezember 1941 - Oktober 1942: I. Korps, 18. Armee, Heeresgruppe Nord, Wolchow
3. Dezember 1941: Die 254. ID liegt bei Schum (10 km westlich) (oder in Schum?).
3. Dezember - 18. Dezember 1941: Schlacht mit russischem Verband. Der Fluss Wolchow wird für die nächsten Monate zur Hauptkampflinie.

Die russische 54. Armee griff den I. Armeekorps westlich vom Wolchow an. Sie trieben die deutsche Flanke nach Süden, kreisten sie ein und zerstörten mehrere Kompanien der 254. ID. Es waren -30 Grad.

Die Soldaten hatten keine Winterkleidung bekommen. Handschuhe, Strümpfe usw. hatten sie erst bekommen, als sie im Gefecht standen, und diese genügten auch nicht für die eisige Kälte. Die Fahrzeuge waren auf so einen Winter auch nicht vorbereitet, es gab kein Frostschutzmittel, keine Schneeketten oder Heizungen. Die Soldaten stapften also in Sommeruniformen im Schnee herum.

Das I. Armeekorps mit der 254. ID, im Kampf südlich der Bahn Wolchowstroy - Mga, gehörte nun zur 18. Armee.

Bis zum 18. November 1941 war das I. Armeekorps so weit vorgedrungen, daß Wolchowstroy und Schum (an der Bahn Wolchowstroy - Mga) unter Artilleriefeuer genommen werden konnten. Dann erlahmte die Angriffskraft im stärker werden Feindwiderstand; wie überall war auch hier die Kampfstärke erheblich herabgesunken, da nicht genug Männer aus der Heimat an die Front geschafft wurden. Die Kompanien hatten oft nur noch 25 bis 40 Mann statt der normalen 125 Mann.

In ständigem Wechsel von Waldkämpfen, Nachtgefechten, Eroberung von Ortschaften mit Straßenkämpfen. Geschütze und Fahrzeuge rutschten von den eisigen Wegen, es gab Verluste durch Minen. Immer wieder werden Munition und Verpflegung knapp. Die Pferde sind so erschöpft, daß sie nicht einmal mehr leere Fahrzeuge ziehen können.

Unter den Geschützen brannten kleine Feuer, damit die Bremsflüssigkeit für den Rohrrücklauf nicht einfrohr. Die Kanoniere trugen den Schlagbolzen der Geschütze in ihren Uniformtaschen am Körper. Auch Brote trug man so.

Gelingt es mal, Zelte zu errichten, drängen sich die Männer darin am Feuer. Durch das gefrorene Holz entsteht ein Rauch, der in den Augen brennt.

Februar 1942: 30 km westlich von Tschudowo, Angriff der Russen von Westen vom 2. - 24. Februar. Die russischen Armeen konzentrierten ihre Kämpfe am Verkehrsknotenpunkt Tschodowo.
Im frühen Februar hielt das I. Armeekorps den russischen Angriffen bei Liuban stand. Die 254. ID lag auf der nördlichen Seite.

19. Februar 1942: Die russische Armee griff nördlich von Liuban an. Sie schlossen die deutschen Verbände bei Krasnaia Gorka ein, bei der Verbindung zwischen der 291. und 254. ID.

Anfang April 1942: bei Kraßny Bor - Abwehrschlacht.

Weil die spanische 250. (blaue) Division starke Verluste erlitten hat, als sie bei Krasny Bor und dem Izhora-Fluß kämpfte, wurde sie von der 254. ID bei der Izhora-Flanke unterstützt. Mein Opa hatte mal von Spaniern erzählt, die sich wilde Gefechte lieferten, während er sich mit einigen Kollegen in einer Baracke verschanzt hielten.

Sommer 1942: Die Kämpfe flauten ab, und die Front festigte sich.
29. Juni 1942: Ende der Wolchow-Schlacht. Bei Wakkoa, südlich von Rutschi

23. August 1942: Am Wolchow von Nowgorod an nach Norden, beiderseits Mostki etwa im Zuge der Rollbahn stand das XXXVIII. AK, daran schloß sich das I. AK mit der 254. ID.

Zunächst mussten die kriegsgliederungsmäßigen Verbände wieder hergestellt werden. Dazu wurde Zug für Zug verschoben, bis jede Batterie wieder zu ihrem zuständigen Regiment gefunden hatte.

18. November 1942: Verleihung Sturmabzeichen, Truppenteil: 5./Art.Rgt.254

November 1942 - Januar 1943: XXXVIII. Korps, 18. Armee, Heeresgruppe Nord, Wolchow
Am 15. Dezember standen von Nowgorod am Wolchow entlang das XXXVIII. Korps u.a. mit der 254. ID, die dann vorübergehend abgegeben wurde.

Demjansk

Januar 1943: Am 12. Januar begann die Ladoga-Schlacht mit einem mehrstündigen Trommelfeuer von russischen Verbänden.
Februar 1943: II. Korps, 16. Armee (Generalfeldmarschall Ernst Busch), Heeresgruppe Nord, Demjansk

Anfang und Mitte Februar: Nordfront Demjansk-Kessel.
Starkes Trommelfeuer aller Kaliber leitete am 15. Februar, morgens um 6 Uhr, die letzten feindlichen Großangriffe gegen die Landbrücke Demjansk ein.

In der Nacht zum 24. Februar gingen die sich zurückziehenden Divisionen hinter den sechsten Widerstandsriegel zurück, wo die 254. ID lag. Diese gab Flankenschutz. Der Russe fühlte aber energisch gegen diese Stellung vor und verstärkte seinen Druck ganz besonders gegen die 254. ID.
Am 25. Februar sicherten die 254. und 290. ID westlich der Pola.
Am 27. Februar zogen sich auch die 254. ID und weitere hinter die Hauptkampflinie (Welikoje Sselo entlang der Robja nach Norden) zurück.

März 1943: X. Korps, 16. Armee (Generalfeldmarschall Ernst Busch), Heeresgruppe Nord, Staraja Russa
14. März 1943: Verwundung bei Mondolowo/UdSSR (Artilleriegeschoßsplitter am  rechten Scheitelbein mit Hirnverletzung), abgegeben am Hauptverbandsplatz.

Er hat erzählt, dass er auf eine Karre gehievt wurde, um wegtransportiert zu werden, als sie plötzlich beschossen wurden. Seine Kollegen sind alle in Deckung gegangen, während er unter Beschuss auf diesem Wagen lag und nicht weg konnte.

15. März 1943: Kriegslazarett 928 Nikolskoje/UdSSR Krankensammelstelle.
28. März 1943: Reservelazarett Lötzen, Lutherschule

9. April 1943: Reservelazarett XVI b Wien, Alsenstr. 4
13. Mai 1943: Reservelazarett XVI a Wien VIII, Pfeilgasse 4-6
27. Juli 1943: Heeres-Entlassungsstelle 1/VI Münster
24. September 1943: Früher entlassen wegen Krankheit aus der Einheit: Art.Rgt.254 (Feldwebel)

Quellen:

Hartwig Pohlmann: Wolchow - 900 Tage Kampf um Leningrad 1941-1945. Podzun-Pallas-Verlag, Wölfersheim. (ISBN 3-7909-0201-2)

Hasso G. Stachow: Tragödie an der Newa. Der Kampf um Leningrad 1941-1944. Herbig-Verlag, München. (ISBN 3-7766-2045-5)

Werner Haupt: iedeutschen Infanterie-Divisionen. Dörfler im Nebel-Verlag, Eggolsheim. (ISBN 3-89555-274-7)

Werner Haupt: Demjansk 1942 - Ein Bollwerk im Osten. Dörfler im Nebel-Verlag, Eggolsheim. (ISBN 978-3-89555-525-1)

Alex Buchner: Das Handbuch der deutschen Infanterie. 1939-1945 - Gliederung, Uniformen, Bewaffnung, Ausrüstung, Einsätze. Dörfler im Nebel-Verlag, Eggolsheim. (ISBN3-89555-041-8)

Dr. Schulze-Wegener (Hrsg.): Krieg am Ladoga-See. Moewig-Verlag, Rastatt. (ISBN 9783811-876576)

www.lexikon-der-wehrmacht.de

 

Andere Namen, die auf den Fotos meines Opas auftauchen

Mein Opa hat einige Gräber fotografiert, und ich möchte die Namen hier angeben. Es könnte ja sein, dass mal jemand danach sucht und auf meine Seite kommt.

Gefr. Eduard Michels

Gefr. Eduard Michels

Gefr. Eduard Michels

Wm. Heinz Reckermann. 6. A.R. 254, gefallen am 31.5.1940

Gefr. Eduard Michels

Wachtmann 5. A.R. 254, Christian Kording. Geb. 14.5.1914, gest. 21.10.1941

Er ist in der Datenbank für Gefallenendenkmäler erfasst (Gedenkbuch in einer Kirche in Minden-Lübbecke).

Gefr. Eduard Michels

Gefreiter August Haarmann, 5. Art.Reg. 254, geb. 21.4.1910, gef. 20.10.1941

Gefr. Eduard Michels

Gefr. Johann Merkl. Geb. 13.8.1925, gef. 28.12.1942
(schlecht zu lesen)

Gefr. Eduard Michels

Gefr. Heinz Koch, geb. 23.10.1900, gef. 10.12.1942
(schlecht zu lesen)